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Helga und Peter J. König im Gespräch mit Monika Kirch, Weingut Kirch, Fahr am Main, Franken

Liebe Monika  Kirch, heute haben wir  fünf Weißweine und einen Rotwein aus Ihrem Weingut  vorgestellt. Deshalb möchten wir einige Fragen an Sie richten:


Helga König: Damit unsere Leser wissen, um welches Weingut es sich handelt, das hier vorgestellt wird, zunächst dieses: In welcher Wein-Region ist das Familien-Weingut Kirch zuhause und in welchem Weinort dort, was zeichnet die Region in puncto Weine aus und welches Terroir ist speziell in den Lagen des Weinguts von Monika und Matthias Kirch zu finden?

 Familie Kirch
Foto: Ellen Hünting
Monika Kirch: Das Weingut Kirch in Fahr liegt an der Mainschleife bei Volkach in Franken, also im Zentrum des Fränk. Weinbaus. Der Wein und sein Anbau ist der Mittelpunkt unseres Lebens. Der Main – die Lebensader unserer Region hat die Landschaft geprägt mit seinen Gleit- und Prallhängen. Im Erdmittelzeitalter, dem Trias, also vor rund 220 Mio. Jahren entstanden unsere Böden. Hier in Fahr ist es der Muschelkalk, der unseren Wein prägt und ihnen seine mineralische Struktur gibt, die man in jedem Glas schmecken kann.

Wir in Fahr teilen uns die exklusive Lage Volkacher Ratsherr "Steilhang" je zur Hälfte mit Volkach. Mit 55 – 60 % Steigung stehen unsere Reben oberhalb des Flusslaufes und haben somit ein hervorragendes Kleinklima zum Wachsen, also die Extraportion Sonne, dem Terroir. Hier im Steilhang erzeugen wir unsere handselektierten Spezialitäten, den typischen fränkischen Silvaner, aber auch Weißburgunder und einen wunderbar weichen Riesling.

 Peter J. König
Peter J. König: Wie lange existiert das Gut, wieviel Hektar Rebfläche werden kultiviert und welche Rebsorten werden überwiegend angebaut?

Monika Kirch: Unser Weingut in seiner heutigen Form entstand aus zwei Betrieben. Beide Betriebe sind schon seit Generationen hier an der Mainschleife verankert. Die Linie Kirch in Fahr und die Linie Kram in Nordheim. Nachweislich wurde schon 1814 Wein in unserer Familie ausgebaut und mit der Flaschenfüllung wurde bereits 1954 im Weingut Kram begonnen. 1985 wurde der Betrieb in seiner jetzigen Form neu erbaut und 2012 von Monika und Matthias Kirch erweitert. Wir bewirtschaften 15 ha eigene Rebflächen, davon ca. 3,5 ha im original Volkacher Ratsherr Steilhang. Hier erzeugen wir die klassischen Rebsorten wie Silvaner, Weißer Burgunder und Riesling. Riesling und Rieslaner sind unsere Spezialität, Rotweine unsere Leidenschaft und unser Herzblut gehört, als typischer Franke dem Silvaner!

Wer die fruchtigen Aromen liebt, den wird unsere Scheurebe bzw. Bacchus begeistern, sowohl in der trockenen, als auch halbtrockenen Variante.

 Helga König
Helga König: Welche Philosophie bestimmt das Weinmachen, etwa bei der Weinbergspflege, der Lese und der Kellerwirtschaft?

Monika Kirch: Entschlossenheit, Passion, Moderne, Tradition & das ständige Streben nach bester Qualität.

Dies ist unsere Philosophie, die wir sehr ernst nehmen, um Sie ständig von der Qualität unserer Weine zu überzeugen.

Entschlossenheit: Wir streben nach dem Maximalen, um Ihnen Spitzenweine zu präsentieren!

Passion: Nicht allein der Rebstock macht einen guten Wein aus, sondern das Herzblut des Winzers. Silvaner ist unser Herzblut, Riesling und Rieslaner unsere Spezialität, Rotweine unsere Leidenschaft!

Moderne & Tradition: Frische, junge Weine – Dynamik – Kreativität – Internationalität – junges Team gepaart mit Eleganz – Stil – Erfahrung – klassische Weine – Familie

Qualität: Hohe Ansprüche an Qualität in allen Ebenen unseres Betriebes – Der Moment der Wahrheit liegt im Greifen und Begreifen mit allen Sinnen. Seit über 30 Jahren leben wir Biodiversität in unseren Weinbergen. Eine natürliche Balance aus Tier- und Pflanzenwelt schafft optimale Voraussetzungen um nachhaltiges und gesundes Lesegut zu erzeugen, Die durchgängige Begrünung unserer Weinberge schafft perfekte Voraussetzungen für große und nachhaltige Weine. Klar strukturiert und offen, so möchten wir uns Ihnen präsentieren. Dies ist nun auch optisch erkennbar mit dem Neubau unserer Vinothek gelungen. Das Gesicht ist das Spiegelbild der Seele und der Wein des Betriebes.

Peter J. König: Aktuell interessant und wichtig ist gerade für den Winzer die Tatsache, wie sich der Klimawandel auf die Entwicklung der Reben im Weinberg auswirkt, welche Veränderungen sind hier festzustellen und wie wird darauf reagiert, etwa bei einem früheren Beginn des Wachstumszyklus, etwaiger trockener Phasen und früher Reife und führt dies unter Umständen auch zum Anbau anderer mediterraner Traubenarten?

 Familie Kirch
Foto: Ellen Hünting
Monika Kirch: Der Jahreszeitenzyklus beginnt sich schon seit Jahren schleichend zu verändern. Wir werden diese Herausforderung annehmen. Die intensivere Sonneneinstrahlung nutzen wir für eine noch höhere Qualitätserzeugung der bestehenden Rebsorten, sowie für den Anbau sonnerverliebter Sorten wie Chardonnay – vor 20 Jahren undenkbar. Die bestehende Bewässerung unsere Reben, begonnen schon in den 1950er Jahren, werden wir nun wassersparend modernisieren und weiter ausbauen. Sicher werden wir einige Frühsorten verlieren. Aber durch mehr spätreifende Sorten werden wir neue Möglichkeiten haben und uns gerne den neuen Herausforderungen stellen, ein innovatives Konzept entwickeln und uns diesen Veränderungen anpassen. Uns kommt hier mit Sicherheit unsere Leidenschaft für den Rotwein entgegen. Der Silvaner wird der Gewinner des Klimawandels sein, somit ist Franken ganz vorne mit dabei! Stillstand ist Rückstand – eine dauerhafte Veränderung bringt neue Innovationen!

Helga König: Unsere Leser möchten auch gerne die Weine probieren, die hier vorgestellt werden. Welche Möglichkeiten gibt es diese zu beziehen, etwa durch einen Online-Shop, per E-Mail, per Fax oder Telefon?

 Weingut Kirch
Foto: Ellen Hünting
Monika Kirch:  Sie können unsere Weine gerne bei uns beziehen:
- Im Online – Shop unserer Website
- Per Telefon mit individueller persönlicher Beratung 
- Schriftlich, per Fax oder traditionell mit Karte
 - Oder im Direktverkauf mit Verkostung in unserer neuen Vinothek im Weingut vor Ort

Peter J. König: Nichts ist jedoch so authentisch, wie die Weine dort zu verkosten, wo sie gewachsen sind und erzeugt wurden, gibt es die Chance einer Weinprobe im Gut oder vielleicht eines Hoffestes, wo man in geselliger Runde die Weine probieren kann, um sie eventuell gleich zu ordern?

 Weingut Kirch
Innenraum
Foto Richard Baumann
Monika Kirch: Gerne führen wir für Sie eine "Erlebnisweinprobe" durch: Bei einem Weinbergsspaziergang viel Wissenswertes rund um den Wein und Weinberg zu erfahren oder klassisch in unserer Weinstube – auch mit Brotzeit. Gerne gestalten wir für Sie eine individuelle Weinprobe für Gruppen mit Betriebsbesichtigung. Lernen Sie unsere Weinvielfalt kennen! Bei einem Besuch in unserem Weingut haben Sie auch die Möglichkeit ein Glas Wein in ganz entspannter Atmosphäre auf unserer Weinterrasse zu genießen. Gerne könne Sie hierbei ihre eigene Brotzeit mitbringen!

"Dolce Vita in Frankonia" Pfingsten – Fahr nach Fahr, immer an

Pfingstsamstag und – sonntag haben wir ein wunderschönes, stimmungsvolles Hoffest im mediterranen Stil in unserem Weingut. Umrahmt von den Weinbergen und Obstbäumen, also mitten im Grünen. Hier können Sie den neuen Jahrgang und unsere Weinvielfalt entdecken und dabei genussvolle, hausgemachten Speisen genießen.

Legendär ist unser Spargelburger, denn wir finden gutes Essen und guter Wein gehören unmittelbar zusammen! Hierzu laden italienischer Softrock, Oldies bzw. lateinamerikanische Rhythmen zum Tanzen ein. Ein fränkischer Sommernachtstraum!

Helga König: Neugierig sind die Leser auch immer darauf, ob die Weine bereits prämiert wurden und ob sie von namhaften Weinführern und Wein-Magazinen vorgestellt und vom Wein-Verband ausgezeichnet worden sind, wie steht es damit?

 Foto: Ellen Hünting
Monika Kirch: Erfolgreich nehmen wir an nationalen, sowie internationalen Prämierungen teil und erhalten hierbei regelmäßig zahlreiche Silber- bzw. Goldmedaillen, also Lohn für unser Qualitätsstreben. Wir sind regelmäßig dabei:
National: Fränkische Weinprämierung Verkostung der Fachzeitungen: Selection und Feinschmecker Meiningers Rotweinpreis
International: AWC Vienna,  Wine Challenge London

Peter J. König: Ebenso interessant ist es, wie der Winzer seine eigenen Weine charakterisiert, was gibt es dazu zu sagen?

 Weingut Kirch
Foto: Richard Baumann
Monika Kirch: "Das Gesicht ist das Spiegelbild der Seele" (TuFu) und der Wein des Winzers! In unseren Weinen spüren Sie unsere Leidenschaft und Innovation - einfach uns selbst. Aber dies ist nur möglich durch unser einzigartiges Terroir, dem wir unsere Weine verdanken.

Helga König: Jedes Weingut hat in der Regel seine eigene Einteilung der Qualitätspyramide, nach welchen Kriterien, etwa Basis- oder Lagenweine wird hier vorgegangen?

Monika Kirch: Weißwein - Jung, frech, dynamisch 

Hier finden Sie die Weine für jeden Tag und jede Gelegenheit, unkompliziert laden sie gleichermaßen zum „Schöppeln“ aber auch zum Genießen ein. 

Weißweine – trocken,  das klassische Franken im Bocksbeutel. Hier erleben Sie Franken und sein Terroir hautnah, als wären Sie vor Ort im Weinberg unterwegs. Einfach authentische Weine! 

Für die besonderen Momente - unser Triumvirat, bestehend aus zwei Weißen und einem Roten.

MAGNUS MAIOR MAXIMUS – Weißer Burgunder Spätlese trocken 

MAGNA MAIOR MAXIMA - Rieslaner Auslese,  wie der Name schon aussagt: groß – größer – am Größten und dem Roten: 

VENI VINI VINO - Pinot Noir Spätlese trocken, Weine die Eindrücke hinterlassen, die bleiben!

 Weingut Kirch
Foto: Richard Baumann 
Peter J. König: Weinfreunde verbringen gerne ein paar Tage auf einem Weingut, um sowohl das Gut, die Weine und die Landschaft kennenzulernen und zu genießen, besteht dazu die Möglichkeit im Familien-Weingut Kirch? 

Monika Kirch :Wir haben in Nordheim – auf der anderen Seite der Mainschleife- ein Gästehaus mit 3 Ferienwohnungen zur Selbstversorgung. Sehr ruhig, aber dennoch zentral im Ort gelegen. Ein idealer Ort zum Abzuschalten, die Seele baumeln zu lassen und einen Abstecher in unser Weingut in Fahr zu unternehmen. Denkaufgabe: Zweimal über den Main, aber auf der gleichen Mainseite nur durch die Vogelsburg getrennt.

Liebe Monika Kirch, wir danken Ihnen vielmals für das aufschlussreiche Gespräch.

Ihre Helga König, Ihr Peter J. König


Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie  zum Weingut Kirch und können den Wein dort bestellen.https://www.weingut-kirch.de/

Helga König und Peter J. König im Gespräch mit Claudia Fröse- Probst und Christoph Probst, Weingut Werner Probst, Franken

Liebe  Claudia Fröse- Probst,  lieber Christoph Probst, dieser Tage haben wir  sechs Ihrer Weine auf "Buch, Kultur und Lifestyle" vorgestellt. Deshalb möchten wir heute einige Fragen an Sie stellen.

Hier der Link zu den Weinbesprechungen:  6 Weine vom Weingut Werner Probst

Helga König: Damit unsere Leser eine Vorstellung haben, wo das Weingut Probst zu finden ist, hier zunächst die Frage: In welcher Winzer-Gemeinde ist das Weingut Probst zuhause, zu welcher Weinbau-Region gehört der Weinort und was zeichnet die Weine in der Region aus?

 Claudia Fröse-Probst, Christoph Probst
Claudia Fröse-Probst: Das Weingut Werner Probst ist in der Gemeinde Markt Nordheim zu finden, an den südlichen Ausläufern des Steigerwalds im Landkreis Neustadt a. d. Aisch. Bitte nicht verwechseln mit dem Weinort „Nordheim am Main“ in Unterfranken. Wir zählen zur Weinregion Südlicher Steigerwald/Franken. Urlauber schätzen bei uns die 14km entfernte Bad Winsheimer "Franken-Therme" zum Entspannen oder die zentrale Lage für Ausflüge nach Würzburg, Nürnberg, Bamberg oder auch Rothenburg o.d. Tauber. Seit über 20 Jahren steht der Name Probst für einwandfreie Spitzenqualität mit hohem Genuss-Faktor. Wir kultivieren aktuell insgesamt 18 unterschiedliche Rebsorten, da es uns eine besondere Freude bereitet, die Geschmacksvielfalt und unterschiedliche Aromen aus dem Weinberg für den Genießer im Glas schmeckbar zu machen. Die Böden des südlichen Steigerwalds mit seiner einzigartigen Mineralik eignen sich hervorragend dafür. Jahrzehntelanges Qualitätsstreben und der große Erfahrungsschatz im Weinmachen, gepaart mit einem ausgeprägten, intuitiven Verständnis für Rebstöcke, Natur und Umwelt zeichnen unser Familienweingut aus. 

 Peter J. König
Peter J. König: Wie lange existiert das Gut, wer ist verantwortlich für die Weine und wie viele Generationen sind im Familien-Weingut tätig?

Christoph Probst: Begonnen hat alles 1965, als mein Vater Werner Probst den ersten Wein unter dem Namen "Probst" abgefüllte. Im Jahre 1981 haben wir mit dem Anlegen eigener Rebflächen begonnen. Dies war der Beginn des Weinguts wie es in der Form noch heute existiert. Aktuell leite ich als gelernter Winzer die Geschicke des Gutes, unterstützt werde ich durch meine Frau Claudia, die sich rund um das Thema "Genusskultur und Gesundheitsförderung" nebenberuflich auch um das Marketing und den Verkauf unserer Weine kümmert. Uns zur Seite stehen meine Eltern, Werner und Monika Probst. Mein Vater Werner war von 1983 bis 2015 hauptberuflich als Kellermeister in dem bekannten fränkischen Weingut Wirsching in Iphofen als Kellermeister tätig. Er war dort für den Ausbau der Weine hauptverantwortlich. Mit ihm zusammen gelang es unseren Weinbau über die Jahrzehnte hin weiter aus- und zum Weingut aufzubauen. Meine Mutter Monika ist hauptsächlich für unsere Weintenne und die Terminabstimmungen zuständig, da wir uns als Familienbetrieb vor allem nur nach Vereinbarung auch genügend Zeit für unsere Kunden nehmen können. Und das ist uns sehr wichtig. 

Helga König: Welche Rebsorten werden hauptsächlich kultiviert?

 Claudia Fröse- Probst, Christoph Probst
Claudia Fröse-Probst: Im klassisch fränkischen Bereich handelt es sich überwiegend um Silvaner, Müller-Thurgau, Bacchus. Ergänzt wurde die Weissweinauswahl nach und nach mit Chardonnay, Weiß- und Grauburgunder, als Perle aber auch Riesling und Sauvignon Blanc oder Scheurebe. Im Rotweinbereich finden sich unterschiedlichste Rebsorten wieder: Vom Dornfelder, über Zweigelt, Regent, Domina, Portugieser auch Spätburgunder, ebenso Schwarzriesling und Merlot. Daraus lassen sich unter anderem auch drei wunderbare Probst-Cuvées zaubern. 

 Helga König
Helga König: Heute hat ja jedes Weingut seine ganz spezielle Philosophie beim Weinmachen, was dürfen wir dazu erfahren?

Christoph Probst: Unsere Philosophie mit „Weinbau mit Weitsicht“ will die Gesundheit und Vitalität der Weinstöcke langfristig erhalten und fördern, damit bekömmliche und hervorragende Weine entstehen. Wir beziehen uns dabei auf eine naturgemäße Lebens- und Arbeitsweise: Zunächst werden alle qualitätsfördernden Arbeiten im Weinberg ganz bewusst und möglichst von Hand durchgeführt. Dies beginnt beim Rebschnitt, wo die Grundlagen für die spätere Qualität der Trauben gelegt werden, danach folgt die grüne Lese, das Ausdünnen der Laubwand, sodass wir stets ein wachsames Auge für den richtigen Reifezeitpunkt der Lese haben. Des Weiteren ist uns klar, dass nur im Einklang mit der Natur und der naturgemäße Umgang mit den Rebstöcken die optimale Qualität hervorbringt. Durch gezieltes nachhaltiges Arbeiten und der Förderung eines gesunden Bodenlebens ohne Mineraldüngereinsatz und Verzicht auf Herbizide ermöglichen wir den Weinstöcken und den Lebewesen im Kulturraum Weinberg ihre volle Entfaltung. Zum Beispiel sind auch Laubfrösche Mitbewohner unserer Weinberge. Schließlich ist es unsere gemeinsame Arbeit von meinem Vater und mir im Keller, die den maximalen Erfolg bringt. Hier verbinden sich jahrzehntelange praktische Erfahrungen mit innovativen Ansätzen. Damit sind wir seit Jahrzehnten für die Region Mittelfranken Wegbereiter zum nachhaltigen, qualitätsorientierten Weinbau. 

Peter J. König: Unsere Leser möchten auch immer gerne wissen, wo sie die Weine des vorgestellten Weingutes beziehen können. Gibt es etwa einen Online-Shop und können die Weine auch mit Hilfe der Homepage mit E-Mail, per Fax oder Telefon geordert werden?

Claudia Fröse-Probst: Alle Weine werden auf unserer Homepage ausführlich präsentiert und beschrieben. Eine aktuelle Weinübersicht steht als pdf.-download immer bereit (http://www.weingut-probst.de/gesamtuebersicht-pdf/). Gerne beraten wir auch telefonisch unsere Kunden, welcher Wein zu welchem Anlass (als Geschenk oder zum Menü) am Besten passt. Danach können die Weine einfach per E-Mail oder über das Kontaktformular bestellt werden. Wir verschicken sie auch gerne per Post. 

Helga König: Am besten ist jedoch die Weine dort zu probieren, wo sie gewachsen sind und erzeugt wurden. Besteht die Möglichkeit einer Weinprobe im Gut oder etwa eines Hoffestes oder sonstiger Veranstaltungen?

 Schloss Seehaus
Claudia Fröse- Probst: Unsere Weine können natürlich bei einer Verkostung in unserer Weintenne oder auch im Gartenpavillon probiert werden. Wir bieten zudem verschiedene Events und nicht alltägliche Kultur-veranstaltungen an, die auf unserer Homepage www.weingut-probst.de nachzulesen sind. Besonders einmalig sind die Veranstaltungen in Schloss Seehaus, wenige hundert Meter vom Weingut entfernt, bei denen immer Probst-Weine als Genuss-Begleiter angeboten werden. Einmal im Jahr gibt es eine "Festliche Weinprobe mit Tafelmusik". Dieses Jahr wird sie am 09.09.2017 stattfinden. Vor 4 Jahren gründeten wir zusammen mit Freunden den Schloss Seehaus Verein e.V., mit dem dieses wunderbare Kulturdenkmal gezielter gefördert werden kann. Bereits seit Jahrzehnten ist es unser Herzensanliegen, dass Schloss Seehaus in seiner jetzigen Form als einzigartiger Ort für Kultur und Genuss erhalten bleibt bzw. weiter ausgebaut wird. Schauen Sie gerne mal vorbei www.schloss-seehaus.de ! 

Peter J. König: Interessant ist auch immer, wie der Winzer seine eigenen Weine charakterisiert, was gibt es hier zu berichten?

 Christoph Probst
Christoph Probst: Unsere Weine zeichnen sich durch ihre Bekömmlichkeit, Individualität, ihren Charakter und ihre Qualität zum fairen Preis aus. In allen Qualitätsstufen gibt es etwas zum Probieren. Wir freuen uns, wenn wir den Kunden auch nützliches Hintergrundwissen aus erster Hand im Gespräch vermitteln können bzw. auch geschmacklich zeigen können,  etwa wie viel ein Wein kostet bzw. wie viel er etwa kosten sollte, gemessen an dem Aufwand ihn zu erzeugen. 

Helga König: Werden die Weine vom Weingut Probst auch bei renommierten Weinführern wie Gault Millau und Eichelmann vorgestellt und welche Auszeichnungen wurden den Weinen bereits zuteil?

Claudia Probst: Die bekannten Weinführer Gault Millau und Eichelmann veröffentlichen immer wieder sehr positive Kritiken zu unseren Weinen. Unsere Prämierungen sind sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene sehr zahlreich, u.a. hat ganz aktuell unser Chardonnay 2015 bei der Berliner Wein-Trophy Gold gewonnen. Den internationalen Müller-Thurgau-Preis haben wir bereits seit 2004 immer wieder erhalten und unser Sauvignon Blanc wurde 2015 mit der höchsten Punktzahl aller eingereichten Weine ebenfalls mit top-level-Gold bewertet. Wir freuen uns sehr über die Auszeichnungen, wollen aber auch nicht immer und überall teilnehmen, da uns die Nachhaltigkeit unserer Arbeit im Weinbau besonders am Herzen liegt und unsere Zeit und Energie einfordert. Nach all den Jahren zählt letztendlich für uns vor allem der Geschmack und die Empfehlung unserer treuen Kunden. 

Peter J. König: Ist der Klimawandel ebenfalls ein Thema in den Weinbergen des Gutes und wie wird darauf reagiert, etwa durch eine frühere Lese oder den Anbau von mediterranen Rebsorten?

 Claudia Fröse-Probst, Christoph Probst
Christoph Probst: Ja, wir spüren den Klimawandel. Das ist ein großes Thema, über das ich gerne viel erzählen kann, es jedoch den Rahmen dieses Interviews sprengen würde. Entscheidend ist, wenn wir über mein Lieblingsthema „Weinbau mit Weitsicht“ sprechen, dass es immer um das Zusammenspiel von Klima, Bodenqualität und -bearbeitung und vor allem um die Gesunderhaltung und Vitalität der Weinstöcke geht. Genau aus diesem Grund haben wir uns bereits vor Jahrzehnten dazu entschlossen „alte“ widerstandsfähige Weinsorten zu pflanzen, die mit den neuen klimatischen Herausforderungen besser zurecht kommen. Das spart Kraft und Energie. Grundlage dafür ist die genetische Vielfalt der Rebstöcke und eine Wirtschaftsweise, die das Bodenleben positiv beeinflusst. Zum Beispiel wird durch die Einbringung von Pferdemist und Gesteinsmehl das Bodenleben aktiviert und es kann auf Mineraldüngung verzichtet werden. Kompost und gemulchtes Schnittmaterial verbleiben als Gründüngung im Weinberg. Gerne erläutere ich hierzu meine Philosophie für interessierte Kunden mit Einblick ins Weinbergsleben direkt am Naturschauplatz "Weinberg" (siehe Anlage Hinweistafel Landschaftspflegeverband Mittelfranken).

Liebe Claudia Fröse-Probst, lieber Christoph Probst, wir danken Ihnen vielmals für das aufschlussreiche Gespräch.

Ihre Helga König. Ihr Peter J. König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Weingut Werner Probst und können den Wein dort bestellen: 
www.weingut-probst.de

Peter J. und Helga König im Gespräch mit Manfred Rothe, Weingut Manfred Rothe, Nordheim, Franken

Lieber Manfred Rothe heute haben wir sechs Ihrer Weine  auf "Buch, Kultur und Lifestyle" vorgestellt. Deshalb möchten wir nun einige Fragen an Sie richten.

Hier der Link zu den Weinbesprechungen: 6 Weine des Weinguts Manfred Rothe: http://helga-koenig-wein.blogspot.de/2016/06/weingut-manfred-rothe-nordheim-am-main.html

Helga König: Um unseren Lesern zu vermitteln, wo das Weingut Manfred Rothe zu finden ist, zunächst folgendes: In welchem Weinort ist das Gut beheimatet, zu welcher Wein-Region gehört die Gemeinde und was gibt es über die Region zu sagen?

 Manfred Rothe
Manfred Rothe: Das Weingut Manfred Rothe ist in Nordheim am Main zuhause und liegt in der Region Mainfranken, dem Herzen des fränkischen Weins. Hier auf der Weininsel liegt neben Nordheim auch die Winzergemeinde Sommerach. Die Landschaft ist vom Weinbau geprägt, immerhin werden hier 500 ha Rebfläche kultiviert, darunter die bekannten Weingärten der Nordheimer Vögelein und Sommeracher Katzenkopf. 

Peter J. König
Peter J. König: Wie lange existiert das Weingut Manfred Rothe, wieviel ha Rebfläche werden bewirtschaftet und welches Terroir, speziell welche Bodenbeschaffenheit prägt die Weinberge?

Manfred Rothe: Weine erzeugen wir bereits seit Generationen. Meine Schwiegereltern sind Gründungsmitglieder der örtlichen Winzergenossenschaft. Seit 2002 betreiben wir Selbstvermarktung, d.h. wir bauen die Weine an, vinifizieren sie im eigenen Keller und verkaufen sie u.a. in unserem Weingut. Wir bewirtschaften 10 ha Rebfläche. Die Bodenbeschaffenheit an der Mainschleife besteht aus Muschelkalk und sandiger Lehmauflage. Auf der Weininsel, wo unsere Weingärten sind, besteht ein windoffenes Kleinklima, das beste Weine hervorbringt. 

 Helga König
Helga König: Welche Rebsorten werden überwiegend angebaut, und was zeichnet diese besonders aus, damit sie hier kultiviert werden und was ist über die besonderen Lagen zu sagen? 

Manfred Rothe: Die Hälfte unserer Weine sind traditionell fränkisch geprägt, also Silvaner und Müller-Thurgau, hinzu kommt noch eine Vielzahl anderer Weine, so Bacchus, Kerner, Scheurebe, Riesling, Weiß- und Grauburgunder und Helios. 30% unserer Weine sind rot. Dazu zählt Zweigelt, Spätburgunder, Schwarzriesling, die fränkische Domina und Regent. Außergewöhnlich ist, dass wir doppelt so viele rote Rebsorten anbauen wie es in Franken üblich ist. Blauen Zweigelt bauen wir deshalb an, weil diese Rebsorte der klimatischen Veränderung entgegenkommt. Zweigelt wird überwiegend am Neusiedler See angebaut, einem Gebiet, das sich durch kontinentales Klima auszeichnet und wo die pannonischen Winde einen nicht geringen Einfluss auf die Reben ausüben. Auf der Weininsel sind ähnliche klimatische Bedingungen, so dass hier wie am Neusiedler See der Blaue Zweigelt optimale Wachstumsvoraussetzungen vorfindet. 
 Manfred Rothe, Claudia Roth

Peter J. König: Heute spricht man von der Philosophie eines Weingutes, die das Weinmachen bestimmt, wie sieht es damit im Weingut Manfred Rothe aus, etwa bei der Weinbergspflege, der Lese oder der Kellerwirtschaft? 

Manfred Rothe: Unser Weingut ist geprägt von dem Gedanken des ökologischen Weinbaus. Diesen verstehen wir nicht als philosophischen Ansatz, sondern als Konsequenz der Vernunft, denn nur auf gesunden Böden können gute Weine wachsen. Unsere Philosophie begreifen wir darin, dass wir die eigentliche Arbeit im Weinberg sehen und weniger im Weinkeller. Ebenso gehören die Handlese und die richtige Laubarbeit dazu. Unsere Weine sind nicht durch die moderne Weintechnik geprägt. Wir legen großen Wert darauf, dass sie ein langes Entwicklungspotential mitbringen und so durch Langlebigkeit glänzen. Weil unsere Weine nicht dem aktuellen Jugendwahn unterliegen, haben wir uns entschieden, den Weinstil des Orangeweines einzuführen. Dabei reifen die Weine über einen längeren Zeitraum komplett auf der Maische und erhalten so die gewünschte Langlebigkeit. 

Helga König: Auch hier die Frage: Hat die Klimaerwärmung einen Einfluss auf die Reben und das Wachstum im Weinberg genommen, und wie wird damit umgegangen, z.B. werden andere Rebsorten mittlerweile kultiviert, eher mediterraner Herkunft oder etwa pilzresistente PIWI-Neuzüchtungen?

Gut gelaunte Weinfreunde
Manfred Rothe: Die Klimaerwärmung in Deutschland spielt sich im Winter ab. Die Winterzeit ist bei weitem nicht mehr so ausgeprägt wie in früheren Jahren. Die Erwärmung beginnt bereits in den ersten Monaten des Jahres, während die Sommer zunehmend trockener geworden sind. Wir legen großen Wert auf alte Rebstöcke. Sie reagieren besser auf die veränderten Bedingungen, gleichzeitig garantieren sie die Langlebigkeit unserer Weine. 15% unserer Rebfläche ist mit PIWI –Sorten bestockt, die Klimaveränderung hat auf sie keine große Auswirkung. 

Peter J. König: Unsere Leser möchten die Weine des vorgestellten Weingutes auch gerne probieren, gibt es Möglichkeiten sie zu beziehen, etwa durch einen Online-Shop oder durch E.-Mail?

Manfred  Rothe
Manfred Rothe. Einen online-Shop besitzen wir nicht. Bei uns kann man die Weine per E-mail info@wein-rothe.de oder telefonisch 09381-4579 ordern. 

Helga König: Nichts ist authentischer als die Weine dort zu verkosten, wo sie gewachsen sind, wie sieht es aus mit einer Weinprobe im Gut oder mit einem Hoffest oder einer sonstigen Veranstaltung rund um den Wein im Weingut Manfred Rothe und besteht dabei die Möglichkeit einer Übernachtung, gar eines Urlaubs? 

Manfred Rothe: Unsere neue Vinothek ist 2016 vom Deutschen Weininstitut ausgezeichnet worden als eine der zehn schönsten Vinotheken in Deutschland. Sie besticht durch eine besonders schlichte Architektur. Hier kann man unsere Weine täglich in aller Ruhe verkosten, wobei von Donnerstag bis zum Sonntag von 12-18 Uhr auf unserer Terrasse auch eine fränkische Brotzeit angeboten wird, wo alle Produkte noch von Hand selbst gemacht sind. Unsere Veranstaltungen auf dem Hof sind der Homepage zu entnehmen. Unsere Tochter betreibt ein Gästehaus mit elf komfortablen Zimmern, wozu auch ein behindertengerechtes Zimmer zählt. 

 Vinothek
Peter J. König: Wie der Homepage zu entnehmen ist, werden bestimmte Weine in einer georgischen Amphore namens Kvevris vinifiziert, was hat es damit auf sich und warum dieses, und was gibt sonst außergewöhnliches über die Weine zu sagen?

Manfred Rothe: Seit 2013 lassen wir bestimmte Weine in zwei 1200 Liter Amphoren entstehen. Diese Art des "urban winemaking" ist eine 7000 jährige Tradition in Georgien. Bei diesem Verfahren benötigen die Weine die entsprechende Zeit, um in aller Ruhe heranzureifen. Außergewöhnlich an unseren Weinen ist, dass sie sehr langlebig sind. 

Helga König: Werden die Weine vom Weingut Manfred Rothe auch auf Messen vorgestellt und auch bei überregionalen Veranstaltungen? 

 Vinothek
Manfred Rothe: Wir sind traditionell auf der Berliner Weinmesse und auf der Pro-Wein in Düsseldorf, zudem auf unterschiedlichen Weinpräsentationen in München. 

Peter J. König: Unsere Leser möchten auch gerne wissen, ob das Gut Wein-Prämierungen erhalten hat oder von renommierten Weinführern vorgestellt wird, wie sieht es damit aus? 

 Manfred Rothe
Manfred Rothe: Die bekanntesten Weinführer haben unsere Weine besonders ausgezeichnet, so z. B. Eichelmann 2016 mit 3 Sternen, Gault Millau als Aufsteiger zur roten Traube und die Berliner Weintrophy 2015 als bester Biobetrieb Deutschlands oder aber auch der Weinpreis der Biohotels als Best of Bio 2015.

Lieber Manfred Rothe, wir danke Ihnen für das aufschlussreiche Interview.

Ihre Helga König, Ihr  Peter  J. König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Weingut Manfred Rothe und können den Wein dort bestellen: www.weingut-rothe.de 

Peter J.und Helga König im Gespräch mit Roland Staudt, Weingut Roland Staudt, Sulzfeld, Franken

Lieber Herr Staudt, heute haben wir sechs Ihrer Weißweine auf "Buch, Kultur und Lifestyle" vorgestellt. Deshalb auch möchten wir nun einige Fragen an Sie richten.

Hier der Link zu den Weinbesprechungen: 6 Weißweine aus dem Weingut Roland Staudt

Helga König: Für unsere Leser zum Einstieg die Frage: Wo ist das Familien- Weingut Roland Staudt zu finden, zu welcher Wein-Region gehört es und durch welche besonderen Weine zeichnet sich das Gebiet aus?

 Roland Staudt
Roland Staudt: Unser Weingut befindet sich am Ortsrand von Sulzfeld am Main und dort am Fuße der Lage Maustal. Der alte, romantisch anmutende Weinort, der von 160 ha Weinbergen mit den Lagen "Maustal" und "Cyriakusberg" umgeben ist, liegt am Maindreieck zwischen Kitzingen und Ochsenfurt und gehört zur Weinregion Franken. Bis zum heutigen Tag hat sich Sulzfeld sein mittelalterliches Erscheinungsbild bewahren können. Touristisch interessant sind die gut erhaltene Befestigungsmauer mit ihren Toren und die vielen verwinkelten Gassen mit ihrem uralten Kopfsteinpflaster. Die Weine der Lage Maustal sind geprägt durch oberen und unteren Muschelkalk. Dadurch sind sie stark mineralisch geprägt. Die Lage Cyriakusberg ist nur leicht von Muschelkalk beeinflusst. Der Boden dort ist durch seinen sandigen Lehm bedingt, schneller erwärmt. Dadurch sind die Weine fruchtig und ausdrucksvoller im Bukett. Zusammengefasst gesagt werden kann, dass wir durch die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit bei unseren beiden Weinbergslagen zwei unterschiedliche Geschmacksfelder abdecken können.

 Peter J. König
Peter J. König: Wie lange existiert das Weingut Staudt, wer verantwortet heute das Weinmachen und wieviel ha Rebfläche werden kultiviert? 

Roland Staudt: Reben werden bei uns schon seit Generationen angebaut. 1984 dann haben wir mit der Veredelung des Weinanbaus begonnen. Heute verantworte ich das Familienweingut. Wir kultivieren 10 ha Rebfläche und möchten dies auch so beibehalten, um unsere Philosophie des Weinmachens weiterhin familiär steuern und gewissermaßen von Hand umsetzen zu können. 

Helga König: Welche Rebsorten werden kultiviert und wie sieht es mit dem Terroir aus, wo die Weine gewachsen sind? 

Roland Staudt: Unsere Hauptrebsorten bei Weißweinen sind: Silvaner, Müller-Thurgau. Bacchus, Riesling, Sauvignon Blanc, Weißburgunder und Grauburgunder. Dazu bauen wir auch ein wenig Rieslaner an. Im Rotweinbereich handelt es sich bei den Hauptrebsorten um: Domina, Cabernet Dorsa und Spätburgunder. Dazu kommen kleine Mengen an Dornfelder. 

Peter J. König: Gibt es spezielle Lagen im Familien-Weingut Staudt, die besonders erwähnt werden sollten? 

 Roland Staudt
Roland Staudt: In der Lage Maustal gibt es einen Weinberg mit dem Namen "Mäusla". Dieser gilt als eine der besten Parzellen der Lagen und ist geprägt durch die untere Muschelkalkschicht, die den Weinen einen besonders intensiven Mineralgeschmack verleihen. Wir haben diese Parzelle mit alten Silvanerreben bestückt, deren Wurzelwerk tief in die Erde eindringt und auf diese Weise die Mineralien in sich aufnimmt. 

 Helga König
Helga König: Heute hat ja jedes Weingut seine eigene Philosophie des Weinmachens, was ist darüber zu berichten? 

Roland Staudt: Die Philosophie des Weinmachens ist unser Herzblut, das wir dem Wein beigeben. Unser Leben und unser Wein bilden eine Einheit. Das bedeutet, dass wir zuallererst für gesunde, vitale Böden sorgen. Die Reben sollen sich dort wohlfühlen. Damit dies möglich ist, müssen die Böden ausreichend begrünt sein und es darf nur mit leichten Maschinen darüber gefahren werden. Wir achten darauf, dass keine feste Bodenstruktur entsteht. Nur so ist gewährleistet, dass die Vitalität für die Wurzeln erhalten bleibt. So sorgsam wie wir die Böden behandeln, pflegen wir auch die Rebstöcke. Ein Indiz hierfür sind saftig grüne Blätter. Sie dokumentieren ein stabiles Immunsystem der Pflanze. Das Resultat sind goldgelbe, zuckersüße Trauben. Der ganzheitliche Ansatz macht erforderlich, dass die Trauben handgelesen sind, um auf diese Weise einen möglichst hohen Genusswert zu erbringen. Auch in der Kellerwirtschaft arbeiten wir geschmacksschonend, d.h. zügig und mittels temperaturgesteuerter Verarbeitung. Ergänzend möchte ich hinzufügen, dass wir als Familienweingut jede einzelne Pflegemaßnahme ein Mosaikstein zum Großen und Ganzen ergibt, das im Januar beginnt und am Ende des Jahres ein vollkommenes Bild ergibt. 

Peter J. König: Auch hier die Frage: wie sieht es mit dem Klimawandel in der Region aus und wie reagiert man im Weingut Roland Staudt darauf? 

Roland Staudt: Klimaveränderungen hat es immer schon gegeben. In den vergangenen 20 Jahren hat der Klimawandel auch vor Franken nicht Halt gemacht. 2015 musste entsprechend viel bewässert werden. Unsere Weinbergböden werden regelmäßig mit Kompost und Humus versorgt. Das sind die Maßnahmen, die vorbeugend für das Wasserhaltevermögen, die Bodenaktivität und den Erosionsschutz wirken. Hierdurch ist eine gute Humusversorgung gewährleistet und der Stress für die Reben kann gemindert werden. Das Wurzelwerk unserer alten Weinreben dringt tief in die Erde ein und kann sich dort besser mit Feuchtigkeit versorgen. Bei den neueren Reben setzen wir auf Cabernet, Burgunder und Sauvignon Blanc, die den Klimaveränderungen entgegen kommen. Bacchus wird problematischer, weil diese Rebsorte rascher an Sonnenbrand leidet. 

Helga König: Gerne möchten unsere Leser auch die Weine probieren, die hier besprochen werden, welche Möglichkeiten gibt es diesbezüglich etwa durch einen Online-shop oder über den Fachhandel? 

 Roland Staudt
Roland Staudt: Zeitgemäß betreiben auch wir einen Online-Shop. Unsere Weine sind zudem im Fachhandel erhältlich und werden bei Gastronomen angeboten. 

Peter J. König: Welche Gelegenheit gibt es, die Weine Vorort zu testen und zu erstehen, denn nichts ist authentischer, als Wein dort zu probieren wo er gewachsen ist? 

Roland Staudt: Wir haben 2000 ein neues Weingut gebaut mit hellen lichtdurchfluteten Räumen. Dort können Sie in unserer Probierstube unsere Weine verkosten. Im Hintergrund des Weinguts dann haben Sie den Blick auf die Lage Maustal und können sich des schönen Panoramas erfreuen. 

Helga König: Wie sieht es mit einem Hoffest aus, und werden die Weine auch bei regionalen Veranstaltungen vorgestellt? 

Roland Staudt: Das Hoffest haben wir ersetzt durch unsere Jahrgangsverkostung, die jedes Jahr an Pfingsten stattfindet. Dann kann man, sofern nicht ausverkauft, auch Weine des Vorjahres probieren und auf diese Weise die Unterschiede der Jahrgänge ermitteln. Eine wichtige regionale Veranstaltung für uns ist die Genussmesse Fürth. 

Peter J. König: Unsere Leser möchten auch immer gerne wissen, ob die Weine bei professionellen Verkostungen ausgezeichnet wurden, was gibt es dazu zu sagen? 

Roland Staudt: Ausgezeichnet wurden wir bei der AWC Vienna, der Berliner Wein Trophy und von Eichelmann.

Lieber Herr Staudt, wir danken Ihnen für das aufschlussreiche Interview

Ihre Helga König, Ihr Peter J. König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie  zum Weingut Ronald Staudt und können dort den Wein bestellen. www.weingut-staudt.de


Peter J. und Helga König im Gespräch mit #Stephan_Kraemer, #Kraemer_Ökologischer_Land_und_Weinbau, #Auernhofen,#Franken

Lieber #Stephan_Kraemer heute haben wir sechs Ihrer Weine auf "Buch, Kultur und Lifestyle" besprochen und möchten nun  einige Fragen an Sie richten:


Helga König: Was dürfen sich unsere Leser unter dem Namen Kraemer-Ökologischer Land- und Weinbau vorstellen und welche Bedeutung hat die Weinerzeugung  bei Ihnen?

 Stephan Kraemer
Stephan Kraemer: Kraemer Ökologischer Land- und Weinbau ist ein landwirtschaftlicher Gemischtbetrieb mit ca. 70ha Ackerbau, darunter Feldgemüse wie Karotten und Rote Beete, Zuckerrüben, Sonnenblumen, Hafer, Weizen, Dinkel und Leguminosen. Dazu kommen 4 ha Steillagenweinbau im fränkischen Taubertal. Dazu kommen drei Ferienappartements, Gastronomie auf Anmeldung, eine kleine Mutterkuhherde und Bienen. Der Wein hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Erwerbszweige entwickelt, vor allem weil Stephan Krämer seit seiner Ausbildung Winzer aus Leidenschaft ist und ihm viel daran liegt, den Boden und insbesondere das Bodenleben im Wein zu verankern. 

Peter J. König
Peter J. König: Wo ist Kraemer-Ökologischer  Land- und Weinbau beheimatet und zu welcher Weinregion zählt es?

Stephan Kraemer:  Das kleine Dorf Auernhofen, der Betriebssitz der Familie, liegt zwischen dem Ochsenfurter Gau und dem Taubertal in Westmittelfranken (Landkreis Neustadt/Aisch). Ursprünglich war es ein Ackerbaubetrieb mit Vieh, bis 1983 Weinberge in Tauberzell gekauft wurden. Das Taubertal ist ca. 15 Autominuten entfernt. Tauberzell liegt an der Romantischen Straße in unmittelbarer Nähe zu Rothenburg o. d. Tauber. 

 Helga König
Helga König: Wieviel Rebfläche werden bewirtschaftet und welche Rebsorten werden angebaut?

Stephan  Kraemer:  Es werden inzwischen ca. 4 ha Steillagen und Terrassen in zwei verschiedenen Lagen bewirtschaftet. Tauberzeller Hasennestle und Röttinger Feuerstein. Unsere Rebsorten sind: Silvaner, Müller Thurgau, Riesling, Bacchus, Johanniter, Schwarzriesling und Regent und über Traubenzukauf von befreundeten Kollegen kommen nochmals Silvaner und Scheurebe hinzu. Auf einer neu erworbenen Weinbergsfläche wurde ein Fränkischer Satz mit 12 verschiedenen Rebsorten sowie alten historischen Reben wie Adelfränkisch und Vogelfränksich neu angelegt. 

Peter J. König:  Wie dem Namen zu entnehmen ist, handelt es sich um ein  Gut auf ökologischer Basis, welche Bedeutung hat dies für die Erzeugung des Weines und welche Unterschiede gibt es zur herkömmlichen Methode?

Stephan Kraemer:  Wir arbeiten seit 1989 komplett ökologisch, nach den Richtlinien des Naturland-Verbandes. Die Umstellung auf BIO erfolgte zunächst wegen der enormen Spritzmittelbelastung auf alle Ackerkulturen und den Wein, die uns nicht gefallen hat. Über die Jahre ist daraus ein Selbstverständnis geworden. Unsere Überzeugung ist, dass wir nur so die Basis für hochwertigen Wein erarbeiten können und nur so nachhaltig für uns und unsere Böden sein können. Fast alle unsere Weine werden ohne Zusatz von Reinzuchthefen ausgebaut. 

Die Weine gären mittels ihrer individuellen Spontangär-Flora ohne Temperaturkontrolle in Edelstahltanks oder Eichenstückfässer aus heimischer Produktion. Im Keller werden weder Schönungsmittel noch Mittel zur Stabilisierung, Harmonisierung oder Aromahefen eingesetzt. Wir lassen unseren Weinen die Zeit die sie auf der Hefe brauchen und versuchen den Reifeprozess "nur" zu begleiten. Durch ausgereizte biologische Weinbergsarbeit erzielen wir gesunde Trauben einer für uns definierten Reife mit niedrigen ph-Werten und einer besseren mikrobiologischen Stabilität in Most und Wein und benötigen dadurch weniger Schwefel.

Helga König: Heutzutage spielt die Philosophie eines Weingutes die entscheidende Rolle, was gibt es neben der Ökologie noch davon zu berichten?

Stephan Kraemer:  Wir verstehen Wein als Naturprodukt, der wie sonst keine Kulturpflanze, die Lage, den Boden und die Arbeit am Boden als Basis jeder Traube und jeden Weins wiederspiegeln und ausdrücken kann. Das über konsequente Arbeit im Weinberg und im Keller herauszuarbeiten ist unser Ziel. Wir wagen Charakter und Individualität in unseren Weinen und produzieren Weine die zuallererst uns selbst schmecken.

Peter J. König: Spielt der Klimawandel in den Weinbergen eine Rolle und wie wird darauf reagiert?

 Stephan Krämer
Stephan Kraemer:  Das Taubertal zählt zu den kühlsten Lagen in Franken und ist somit weniger betroffen als viele Lagen an der Mainschleife und anderen Regionen. Die Tendenz zu weniger Regen ist zwar da, aber wir werden sehen wie es sich weiter entwickelt. Man wird sich aber auch in Franken über das Thema Bewässerung Gedanken machen müssen. Wir selbst reagieren mit Kompostgaben aus eigener Produktion und einer vielfältigen Begrünung und versuchen die Humusqualität und die Vitalität unserer Böden und somit auch der Weinreben zu steigern. Wir werden als nächsten Schritt biologisch dynamische Arbeitsweisen einführen um noch individueller Arbeiten zu können.

Helga König: Welche Möglichkeiten haben die Leser die Weine zu bestellen und wo werden die Weine vorgestellt.

Stephan Kraemer: Bestellen kann man jederzeit telefonisch oder per e-mail. Auf unserer neuen Website die wir gerade erarbeiten wird alles Wissenswerte, sowie alle Informationen über uns bald mit neuer Graphik zur Verfügung stehen. Auf Facebook sind wir schon jetzt mit allen aktuellen Informationen regelmäßig zu finden. 


Peter J. König: Gibt es Feste und Veranstaltungen im Gut, wo man die Weine direkt Vorort verkosten kann und neben der Weinverkostung noch weitere Aktivitäten auf bei Kraemer-Ökologischer  Land- und Weinbau, um die Weinberge und das Umland kennenzulernen?









Stephan Krämer:  Ja, anbei die Termine:


Peter J. König:   Wie sieht die Zukunft des ökologischen Weinbaus aus, wird er sich kontinuierlich weiter fortsetzen und welche Bedingungen sind dazu notwendig?

 Stephan Kraemer
Stephan Kramer:  Für uns ist ökologische Wirtschaftsweise im ganzen Betrieb alternativlos, was natürlich auch für den Weinbau gilt. Dabei geht es neben der Ökologie und dem Geschmack auch gedanklich um die Herangehensweise die einem Naturprodukt wie dem Wein am meisten entspricht. In manchen Regionen Deutschlands sind die besten VDP-Betriebe bereits BIO, und das weil sie wissen, dass man Top-Qualitäten und eine Individualisierung der Weinqualität nur so erreichen kann. Das ist ein großer Aspekt im Wein, neben Umwelt und Natur. Es gibt ein Zitat eines Autors, das ich sehr treffend finde: "Wir werden uns in Zukunft ökologisch ernähren oder gar nicht mehr."


Lieber Stephan Kraemer, wir danken Ihnen für das aufschlussreiche Interview

Peter J. König und Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zu Kraemer-Ökologischer  Land- und Weinbau, Auernhofen, Franken und können dort die Weine bestellen. www.kraemer-oeko-logisch.de