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Helga und Peter J. König im Gespräch mit Johannes Hermann Knapp, Weingut Knapp/Miltenberg/Franken

Lieber Johannes Hermann Knapp, wir haben heute 4 Weißweine und zwei Rotweine aus Ihrem Weingut auf "Buch, Kultur und Lifestyle" vorgestellt. Dazu möchten wir heute einige Fragen an sie richten.

Anbei der Link zu den Weinbesprechungen: https://helga-koenig-wein.blogspot.com/2018/08/familien-weingut-knapp-miltenbergmain.html

Helga König: Damit unsere Leser wissen, wo das Weingut Knapp zu finden ist, hier zunächst die Frage: In welcher Wein-Region ist das Familien-Weingut Knapp zuhause, in welcher Gemeinde dort und was zeichnet weintechnisch die Gegend aus? 

  Johannes Hermann Knapp
Johannes Hermann Knapp: Unser Weingut befindet sich in Miltenberg im Weingebiet Churfranken. Dies ist die westlichste Ecke Frankens, wo sich das Maintal Richtung Rhein öffnet. Churfranken ist die traditionelle fränkische Rotweinregion. 

Peter Jakob König: Wie lange existiert das Weingut Knapp, wer ist heute für das Gut und die Weine verantwortlich und wieviel Hektar Rebfläche werden kultiviert? 

Johannes Hermann Knapp: Sowohl väterlicher- als auch mütterlicherseits wurde Weinbau in landwirtschaftlichen Kleinbetrieben unternommen. Anfang der 1960er Jahre hat sich mein Vater dann auf Weinanbau konzentriert. Seit nunmehr 20 Jahren führen meine Lebenspartnerin Claudia Widmaier und ich das 5 ½ ha große Weingut. 

 Helga König
Helga König: Welche Rebsorten werden hauptsächlich angebaut und was gibt es über das Terroir und die besonderen Lagen zu sagen? 

Johannes Hermann Knapp: In Churfranken ansässig, wundert es nicht, dass 40% unserer Weine Früh- und Spätburgunder sind. Der rote Buntsandstein ist der ideale Untergrund für unsere Rotweine. Unsere besonderen Lagen sind der Miltenberger Steingrübler und der Bürgstadter Centgrafenberg. Im Weißweinbereich bauen wir primär Weißburgunder, Silvaner und Rieslinge an. Unsere besonderen Lieblinge sind die Bukettsorten: Scheurebe, Gewürztraminer und Bacchus. 

Peter J. König: Welche Philosophie bestimmt das Weinmachen, in Hinsicht auf die Weinbergspflege, den Reb- und Laubschnitt, die Lese und die Verarbeitung im Keller? 

Claudia Widmaier 
Johannes Hermann Knapp: Selbstverständlich sind für uns der umweltbewusste Anbau und die nachhaltige Bewirtschaftung. Im Vordergrund steht 100% Handlese in jedem Jahr, bei jeder Rebsorte. Es geht darum, etwas Besonderes aus dem Boden, den Rebsorten und dem jeweiligen Jahrgang herauszukitzeln und in die Flasche zu bringen. 

Helga König: Der Klimawandel ist ja mittlerweile ein sehr wichtiges Thema, das ganz besonders die Winzer bewegt, wie wird dieser erlebt, wie wird darauf reagiert und hat dies auch Auswirkung auf die Auswahl anderer Rebsorten? 

 Miltenberg /Main
Johannes Hermann Knapp: Noch immer gibt es große Jahresschwankungen mit der Tendenz zu sehr warmen Sommermonaten. Dies erbrachte uns die letzten 20 Jahre tolle Früh- und Spätburgunder, die die Natur uns geschenkt und wir uns erarbeitet haben. Problematisch sind zunehmend der Starkregen in der Reifephase. Ob andere Rebsorten besser sind, kann ich nicht sagen. Im Moment sehe ich keine Veranlassung den klassischen Sorten untreu zu werden. 

 Peter J. König
Peter J. König: Unsere Leser möchten gerne die Weine probieren, die hier vorgestellt werden, welche Möglichkeiten gibt es, diese zu beziehen, etwa durch eine E.-Mail, nachdem man sich auf der Homepage informiert hat, durch Telefon, Fax oder auch ganz konventionell durch eine Karte?

Johannes Hermann Knapp: Sie können die Weine telefonisch oder über FAX oder über E-Mail bestellen. Eine Liste auf unserer Homepage haben wir derzeit nicht. 

Helga König: Natürlich ist es am authentischsten die Weine dort zu verkosten, wo sie erzeugt wurden und gewachsen sind. Besteht die Möglichkeit einer Weinprobe im Gut oder etwa eines Hoffestes, wo man probieren und gleich bestellen kann? 

 Weinprobe
Johannes Hermann Knapp: Zum einen gibt es den Ausschank vor Fasching, die Häkerwirtschaft. Im Juli gibt es unser Hoffest und am 1. Advent präsentieren wir unser Sortiment im Weingut. Weinproben gibt es auch für kleinere Gruppen. 

Peter J. König: Interessant ist auch immer zu erfahren, wie der Winzer selbst seine Weine charakterisiert, was gibt es hier zu sagen?

Johannes Hermann Knapp: Beim Weißwein ist uns die Bekömmlichkeit und die Sortentypizität am wichtigsten. Beim Rotwein produzieren wir traditionell. Das bedeutet Handlese, traditionelle Maischgärung, Ausbau im traditionellen fränkischen Stückfaß. (Die hochwertigsten und mit hohem Aufwand handverlesenen besten Rotweinqualitäten werden im kleinen Holzfass, sogenannten Barriques, gelagert.) Die Rotweine bleiben 18- 24 Monate in den Fässern, werden absolut trocken ausgebaut, sind keine fruchtigen Schmeichler, sondern Weine mit Charakter. 

Helga König: Gibt es vielleicht auch etwas über Prämierungen der Weine vom Weingut Knapp zu berichten? 

  Johannes Hermann Knapp
Johannes Hermann Knapp: Wir haben stets 2-3 Flaschen bei der Frankenprämierung dabei. Generell möchten wir unsere Weine aber nicht mit Prämierungsetiketten zukleistern, sondern den Weinliebhaber unvoreingenommen die Weine probieren lassen. 

Peter J. König: Winzersekte haben mittlerweile hierzulande einen ganz großen Stellenwert erreicht, wie sieht es damit aus, welche Grundweine werden versektet und nach welcher Methode findet dies statt? 

Johannes Hermann Knapp: Wir versekten Weißburgunder brut. Es handelt sich dabei um Flaschengärung. Die Versektung unternimmt die Sektkellerei Höfer in Würzburg für uns, weil der bürokratische Aufwand für die Versektung der Weine in den kleinen Mengen wie wir sie herstellen einfach zu groß ist.

Lieber Herr Knapp, wir danken Ihnen herzlich für das aufschlussreiche Gespräch.

Ihre Helga König, Ihr Peter J. König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Weingut Knapp und können dort den Wein bestellen: https://www.weingut-ottoknapp.de/