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Peter und Helga König im Gespräch mit Björn Grebner, Patrizierhof Weingut Grebner, Großlangheim/Franken

Lieber  Björn Grebner,  heute haben wir drei Weißweine, einen Rotling, einen Rotwein und einen Winzersekt aus Ihrem Weingut auf "Buch, Kultur und Lifestyle" vorgestellt. Deshalb möchten wir jetzt einige Fragen an Sie richten.

Anbei der Link:  http://helga-koenig-wein.blogspot.com/2018/06/weingut-patrizierhof-grolangheimfranken.html

 

Helga König: Um unsere Leser zu informieren, wo das Weingut Patrizierhof zuhause ist hier zunächst: In welcher Wein-Region befindet sich das Gut, zu welcher Winzer-Gemeinde gehört es und was gibt es über die Region weinmäßig grundsätzliches zu sagen? 

 Björn Grebner
Björn Grebner: Der Patrizierhof, mit Weingut Gasthof und Hotel, betrieben von Familie Grebner, liegt in der 1700 Einwohnergemeinde Großlangheim, am Fuße des Schwanbergs, nahe Iphofen, Rödelsee und Castell im Weinanbaugebiet Franken. Die Lagen um den Schwanberg gehören dem früheren Weingebiet Steigerwald an, welches jetzt als "Schwanberger Land" bezeichnet wird. Hier wachsen die Reben auf tiefgründigen Gips-Keuperböden. 

 Peter J. König
Peter J. König: Wie lange existiert das Familien-Weingut Patrizierhof, wer ist für die Weinbergspflege und wer ist für den Ausbau der Weine zuständig und wieviel Hektar Rebfläche werden kultiviert? 

Björn Grebner: Der Patrizierhof hat noch eine relativ junge Geschichte in der Familie Grebner. Gekauft wurde das heruntergekommene Anwesen von Günter und Rosi Grebner im Jahr 1993 und wurde in den Folgejahren in sehr viel Eigenarbeit wieder auf- und umgebaut. Das Haupthaus aus dem Jahr 1738 steht unter Denkmalschutz, der älteste Teil ist der darunter liegende Gewölbekeller aus dem Jahr 1482 und wird neben dem Hof und vielen weiteren Stuben gastronomisch genutzt. Der Weinausbau ist in einer ehemaligen Scheune im Patrizierhof, die ebenfalls grundsaniert wurde. Weinbau betreibt die Familie Grebner schon viele Generationen. 

Die Aufgabenbereiche Weinberg und Keller überschneiden sich zwar, federführend sind aber im Weinberg Vater Günter und im Keller ich, sein Sohn Björn. Es werden zur Zeit 7 Hektar Weinberge mit 28.000 Reben bewirtschaftet. 

 Helga König
Helga König: Welche Rebsorten werden hauptsächlich angebaut, welche besonderen Lagen gibt es und wie ist das Terroir dort? 

Björn Grebner: Wie in Franken üblich liegt der Hauptaugenmerk auf der Weißweinrebsorte Silvaner, aber auch Müller-Thurgau, Bacchus und Sauvignon Blanc werden angebaut. Bei den Rotweinrebsorten sind es Schwarzriesling, Spätburgunder und Blaufränkisch. Die Gebietstypische Sorte Domina wird für rote Cuvée oder Rotling genutzt. Am Schwanberg herrscht ein sehr trockenes Klima, in manchen Jahren auch unter 500mm Niederschlag. Die Hauslagen sind Großlangheimer Kiliansberg und der gleich gegenüber liegende Wachhügel. 

Peter J. König: Welche Philosophie bestimmt das Weinmachen, bezüglich der Bearbeitung im Weinberg, der Lese und der Kellerwirtschaft? 

 Die Grebners
Björn Grebner: Die Philosophie wird im Weinberg bestimmt und zieht sich bis in den Keller. Die Weinberge werden alle mit integriertem  Anbau bewirtschaftet, mit besonderer Aufmerksamkeit für intaktes Boden-, Pflanzen- und Insektenleben. Der Verzicht auf Herbizide ist vorausgesetzt. Bei 100% gesunden Trauben ist es im Keller dann ein leichtes den gewünschten Weinstil herauszuarbeiten. 

Ertragsreduzierung auf 5000 Liter pro Hektar, im Topsegment bis runter auf 2500 ist im Patrizierhof die gängige Praxis. Die Einstiegsweine/Basisweine werden im Edelstahl vergoren, während die Premiumweine bis zu drei Jahren im großen und kleinen Eichenholzfass reifen. 

Helga König: Heutzutage ist ja der Klimawandel ein besonders wichtiges Thema für die Winzer. Wie wird darauf reagiert, etwa bei dem früheren Beginn des Wachstumszyklus, bei längeren Trockenphasen und auch bei der frühen Reife des Rebguts, gibt es da die Überlegung mediterrane Traubensorten vermehrt zu pflanzen? 

 Weinlese anno dazumal
Björn Grebner: Den Reben wird nach der Ernte eine Winterruhe gegönnt und relativ spät, im März/April zurück geschnitten, was den Austrieb um einige Tage verzögert. Erossionsschutz bei immer wieder auftretenden Starkregen nach Trockenperioden bieten die begrünten Rasen mit Flach- und Tiefwurzlern. Eine Bewässerung findet nicht statt. Überlegte Laubarbeiten, gerade bei Weißweintrauben sind unabdingbar, um die Aromen zu erhalten und nicht durch zu starker Sonneneinstrahlung zu verlieren. 

In den kommenden Jahren werden die Sorten Chardonnay und Muskateller gepflanzt, die mit der aktuellen Klimaentwicklung gut zurechtkommen. Sonnenempfindliche Sorten wie Bacchus werden nicht mehr angepflanzt, hier setzt man auf Anlagen die seit über 40 Jahre bestehen. 

 Der Patrizierhof
Helga König: Unsere Leser möchten auch gerne die Weine probieren, die hier vorgestellt werden. Gibt es einen Online-Shop vielleicht, oder kann man die Weine auch per E-Mail, Fax oder Telefon ordern?

Björn Grebner: Die Weine können über alle Kommunikationskanäle geordert werden, zur Not auch über das "privat"“ Facebookprofil von Björn Grebner. Ein Online-Shop befindet sich auf der Homepage www.der-patrizierhof.de

Peter J. König: Besteht die Möglichkeit einer Weinprobe im Gut, eines Hoffestes eventuell oder einer sonstigen Gelegenheit die Weine vom Weingut Patrizierhof in aller Ruhe zu verkosten, um sie dann auch gleich zu erstehen und mitzunehmen? 

Björn Grebner: Der Gasthof ist ganzjährig (bis auf ein paar wenige Betriebsurlaubstage) geöffnet. In dieser Zeit, aber auch an den Ruhetagen, kann der Wein jederzeit verkostet und gekauft werden. Lediglich eine vorherige (telefonische) Anmeldung bei beabsichtigten Weinkauf ist ratsam. 

Helga König: Interessant ist auch immer wie der Winzer seine Weine selbst charakterisiert, was gibt es dazu zu sagen? 

Björn Grebner: Die Weine sind sehr unterschiedlich; vom leichten, frisch-fruchtigen Trinkwein, über den klassischen Essensbegleiter, bis hin zum internationalen Tropfen, ist alles dabei, was das Geniesserherz begehrt. 

Peter J. König: Unsere Leser möchten auch gerne wissen ob die Weine des vorgestellten Weingutes schon prämiert wurden und ob sie bei Weinmessen und Weinpräsentationen vorgestellt werden, wie sieht es damit aus? 

Björn Grebner:Die Weinprämierungen haben sich ja die letzten Jahre inflationär vermehrt. In den letzten Jahren wird sehr genau ausgewogen, an welchen Verkostungen teilgenommen wird und dann auch nur meist für den internen Kontrollzweck. 

Foto: Helga König 
Helga König: Das Weingut Patrizierhof geht einher mit dem gleichnamigen Gasthof und Hotel. Was lässt sich zu dieser sehr interessanten Kombination(Weingut+Gasthof+Hotel) berichten?

Björn Grebner:  Als Familienmitglied in einem Familienbetrieb mit solch einer Kombination, ist man sieben Tage die Woche am Werk. Es macht sehr viel Spaß, mit sehr viel Arbeit.


Lieber  Björn Grebner, besten Dank für das aufschlussreiche Gespräch. 

Ihre Helga König, Ihr Peter König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum   Patrizierhof  Weingut Grebner und können dort den Wein bestellen: https://www.der-patrizierhof.de/?content=philosophie&p=3|11