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Peter J. und Helga König im Gespräch mit #Stephan_Kraemer, #Kraemer_Ökologischer_Land_und_Weinbau, #Auernhofen,#Franken

Lieber #Stephan_Kraemer heute haben wir sechs Ihrer Weine auf "Buch, Kultur und Lifestyle" besprochen und möchten nun  einige Fragen an Sie richten:


Helga König: Was dürfen sich unsere Leser unter dem Namen Kraemer-Ökologischer Land- und Weinbau vorstellen und welche Bedeutung hat die Weinerzeugung  bei Ihnen?

 Stephan Kraemer
Stephan Kraemer: Kraemer Ökologischer Land- und Weinbau ist ein landwirtschaftlicher Gemischtbetrieb mit ca. 70ha Ackerbau, darunter Feldgemüse wie Karotten und Rote Beete, Zuckerrüben, Sonnenblumen, Hafer, Weizen, Dinkel und Leguminosen. Dazu kommen 4 ha Steillagenweinbau im fränkischen Taubertal. Dazu kommen drei Ferienappartements, Gastronomie auf Anmeldung, eine kleine Mutterkuhherde und Bienen. Der Wein hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Erwerbszweige entwickelt, vor allem weil Stephan Krämer seit seiner Ausbildung Winzer aus Leidenschaft ist und ihm viel daran liegt, den Boden und insbesondere das Bodenleben im Wein zu verankern. 

Peter J. König
Peter J. König: Wo ist Kraemer-Ökologischer  Land- und Weinbau beheimatet und zu welcher Weinregion zählt es?

Stephan Kraemer:  Das kleine Dorf Auernhofen, der Betriebssitz der Familie, liegt zwischen dem Ochsenfurter Gau und dem Taubertal in Westmittelfranken (Landkreis Neustadt/Aisch). Ursprünglich war es ein Ackerbaubetrieb mit Vieh, bis 1983 Weinberge in Tauberzell gekauft wurden. Das Taubertal ist ca. 15 Autominuten entfernt. Tauberzell liegt an der Romantischen Straße in unmittelbarer Nähe zu Rothenburg o. d. Tauber. 

 Helga König
Helga König: Wieviel Rebfläche werden bewirtschaftet und welche Rebsorten werden angebaut?

Stephan  Kraemer:  Es werden inzwischen ca. 4 ha Steillagen und Terrassen in zwei verschiedenen Lagen bewirtschaftet. Tauberzeller Hasennestle und Röttinger Feuerstein. Unsere Rebsorten sind: Silvaner, Müller Thurgau, Riesling, Bacchus, Johanniter, Schwarzriesling und Regent und über Traubenzukauf von befreundeten Kollegen kommen nochmals Silvaner und Scheurebe hinzu. Auf einer neu erworbenen Weinbergsfläche wurde ein Fränkischer Satz mit 12 verschiedenen Rebsorten sowie alten historischen Reben wie Adelfränkisch und Vogelfränksich neu angelegt. 

Peter J. König:  Wie dem Namen zu entnehmen ist, handelt es sich um ein  Gut auf ökologischer Basis, welche Bedeutung hat dies für die Erzeugung des Weines und welche Unterschiede gibt es zur herkömmlichen Methode?

Stephan Kraemer:  Wir arbeiten seit 1989 komplett ökologisch, nach den Richtlinien des Naturland-Verbandes. Die Umstellung auf BIO erfolgte zunächst wegen der enormen Spritzmittelbelastung auf alle Ackerkulturen und den Wein, die uns nicht gefallen hat. Über die Jahre ist daraus ein Selbstverständnis geworden. Unsere Überzeugung ist, dass wir nur so die Basis für hochwertigen Wein erarbeiten können und nur so nachhaltig für uns und unsere Böden sein können. Fast alle unsere Weine werden ohne Zusatz von Reinzuchthefen ausgebaut. 

Die Weine gären mittels ihrer individuellen Spontangär-Flora ohne Temperaturkontrolle in Edelstahltanks oder Eichenstückfässer aus heimischer Produktion. Im Keller werden weder Schönungsmittel noch Mittel zur Stabilisierung, Harmonisierung oder Aromahefen eingesetzt. Wir lassen unseren Weinen die Zeit die sie auf der Hefe brauchen und versuchen den Reifeprozess "nur" zu begleiten. Durch ausgereizte biologische Weinbergsarbeit erzielen wir gesunde Trauben einer für uns definierten Reife mit niedrigen ph-Werten und einer besseren mikrobiologischen Stabilität in Most und Wein und benötigen dadurch weniger Schwefel.

Helga König: Heutzutage spielt die Philosophie eines Weingutes die entscheidende Rolle, was gibt es neben der Ökologie noch davon zu berichten?

Stephan Kraemer:  Wir verstehen Wein als Naturprodukt, der wie sonst keine Kulturpflanze, die Lage, den Boden und die Arbeit am Boden als Basis jeder Traube und jeden Weins wiederspiegeln und ausdrücken kann. Das über konsequente Arbeit im Weinberg und im Keller herauszuarbeiten ist unser Ziel. Wir wagen Charakter und Individualität in unseren Weinen und produzieren Weine die zuallererst uns selbst schmecken.

Peter J. König: Spielt der Klimawandel in den Weinbergen eine Rolle und wie wird darauf reagiert?

 Stephan Krämer
Stephan Kraemer:  Das Taubertal zählt zu den kühlsten Lagen in Franken und ist somit weniger betroffen als viele Lagen an der Mainschleife und anderen Regionen. Die Tendenz zu weniger Regen ist zwar da, aber wir werden sehen wie es sich weiter entwickelt. Man wird sich aber auch in Franken über das Thema Bewässerung Gedanken machen müssen. Wir selbst reagieren mit Kompostgaben aus eigener Produktion und einer vielfältigen Begrünung und versuchen die Humusqualität und die Vitalität unserer Böden und somit auch der Weinreben zu steigern. Wir werden als nächsten Schritt biologisch dynamische Arbeitsweisen einführen um noch individueller Arbeiten zu können.

Helga König: Welche Möglichkeiten haben die Leser die Weine zu bestellen und wo werden die Weine vorgestellt.

Stephan Kraemer: Bestellen kann man jederzeit telefonisch oder per e-mail. Auf unserer neuen Website die wir gerade erarbeiten wird alles Wissenswerte, sowie alle Informationen über uns bald mit neuer Graphik zur Verfügung stehen. Auf Facebook sind wir schon jetzt mit allen aktuellen Informationen regelmäßig zu finden. 


Peter J. König: Gibt es Feste und Veranstaltungen im Gut, wo man die Weine direkt Vorort verkosten kann und neben der Weinverkostung noch weitere Aktivitäten auf bei Kraemer-Ökologischer  Land- und Weinbau, um die Weinberge und das Umland kennenzulernen?









Stephan Krämer:  Ja, anbei die Termine:


Peter J. König:   Wie sieht die Zukunft des ökologischen Weinbaus aus, wird er sich kontinuierlich weiter fortsetzen und welche Bedingungen sind dazu notwendig?

 Stephan Kraemer
Stephan Kramer:  Für uns ist ökologische Wirtschaftsweise im ganzen Betrieb alternativlos, was natürlich auch für den Weinbau gilt. Dabei geht es neben der Ökologie und dem Geschmack auch gedanklich um die Herangehensweise die einem Naturprodukt wie dem Wein am meisten entspricht. In manchen Regionen Deutschlands sind die besten VDP-Betriebe bereits BIO, und das weil sie wissen, dass man Top-Qualitäten und eine Individualisierung der Weinqualität nur so erreichen kann. Das ist ein großer Aspekt im Wein, neben Umwelt und Natur. Es gibt ein Zitat eines Autors, das ich sehr treffend finde: "Wir werden uns in Zukunft ökologisch ernähren oder gar nicht mehr."


Lieber Stephan Kraemer, wir danken Ihnen für das aufschlussreiche Interview

Peter J. König und Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zu Kraemer-Ökologischer  Land- und Weinbau, Auernhofen, Franken und können dort die Weine bestellen. www.kraemer-oeko-logisch.de

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