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Peter J König. und Helga König im Gespräch mit Christine Huff, Kellermeisterin des Weinguts Fritz Ekkehard Huff, Nierstein-Schwabsburg, Rheinhessen

Liebe Frau Huff, wir haben heute einige Weine aus dem Weingut Ihrer Familie auf "Buch, Kultur und Lifestyle" vorgestellt und möchten nun einige Fragen an sie richten. 


Helga König: Zunächst einmal, was gibt es über das Weingut Fritz Ekkehard Huff zu erzählen, wo ist es zu finden, seit wann beschäftigt sich die Familie Huff mit dem Weinmachen, wieviel ha Rebfläche wird kultiviert und wer ist alles tatkräftig mit der Herstellung bester Weine beschäftigt? 

 Christine Huff
Christine Huff: Unser Weingut liegt im Herzen des Niersteiner Ortsteils Schwabsburg in Rheinhessen. Seit 1700 baut unsere Familie dort Wein an, wobei sich aus dem urspünglichen Gemischtbetrieb nach und nach ein reiner Weinbaubetrieb entwickelte. Heute bewirtschaften wir 8 ha Rebfläche. Seit dem Abschluss des Weinbaustudiums in Geisenheim 2010, bin ich für den Ausbau der Weine zuständig. Unterstützt werde ich dabei von meinem Mann Jeremy, den es aus Neuseeland nach Rheinhessen zog. Mein Vater, Ekkehard Huff, kümmert sich um Weinberge und Hof, meine Mutter Doris sorgt für das Wohlergehen der Kunden. Im Januar 2015 kam unser jüngstes Familienmitglied Philippa Kate auf die Welt, die nun gemeinsam mit Oma Margret und Hündin Diva für gute Laune sorgt. 

Peter J. König: Über welche besonderen Lagen verfügt das Weingut und welche Böden sind dort anzutreffen? 

Christine Huff:  Unsere Steillagen Pettenthal, Orbel und Schloss Schwabsburg am Roten Hang sind für uns von besonderer Bedeutung. Aber auch die Kalksteinböden am Paterberg sind vor allem für den Anbau von Burgundersorten spannend. 

Helga König: Welche Rebsorten werden angebaut und in welchem Größenverhältnis steht die jeweilige Menge zueinander? 

Christine Huff:  Mit etwa einem Drittel der Anbaufläche ist der Riesling für uns die wichtigste Rebsorte, ein weiteres Drittel machen Weiß-, Grau- und Spätburgunder aus, die restliche Fläche ist mit verschiedenen regionalen Rebsorten bepflanzt. 

Peter J. König: Welche Philosophie liegt dem Weinmachen zugrunde, in Bezug auf Weinbergspflege, Lese und Kellerwirtschaft? 

Christine Huff: Unser Ziel ist es erstklassige Weine zu erzeugen, in denen sich die Herkunft und unsere Handschrift widerspiegeln. Leidenschaftliche Hingabe für den Wein ist für uns ebenso selbstverständlich, wie der Respekt vor der Natur. Daher verzichten wir auch auf den Einsatz von Herbiziden und Mineraldüngern. Um gesunde und vollreife Trauben zu ernten, investieren wir viel Handarbeit in die Pflege der Reben, bis hin zur selektiven Lese. Im Keller nutzen wir natürliche Prozesse und beschränken uns auf die notwendigsten Arbeitsschritte, um den ursprünglichen Charakter der Frucht zu erhalten. Denn wir glauben, dass möglichst unverfälschte und naturnahe Weine den größten Genuss bieten. 

Helga König: Was gibt es Spezielles über das Terroir zu berichten, sowohl am Roten Hang, als auch in der Lage Schloss Schwabsburg? 

Christine Huff: Auf den kargen Ton- und Sandsteinböden aus dem Rotliegenden müssen die Reben tief wurzeln, wodurch mineralische und gehaltvolle Weine entstehen. Schloss Schwabsburg stand lange im Schatten der berühmten Rheinlagen wie Pettenthal und Hipping. Ich schätze diese Lage jedoch sehr da sie kühler und windoffener liegt. Die Trauben bleiben daher besonders lange gesund und können perfekt ausreifen, ohne dass der Wein zu mächtig wird. 

Peter J. König:  Neben den klassischen Rebsorten Riesling und Burgunder werden auch zu 35% andere Rebsorten angebaut, welche sind dies und was hat es damit auf sich? 

 Christine Huff
Foto: Robert Dieth
Christine Huff: Der wichtigeste "Underdog" ist für uns die Scheurebe. Diese Rebsorte hat durch ihr charakteristisches Aroma und die feine Säure ein großes Potenzial. Sie ist quasi die deutsche Antwort auf Sauvignon blanc. Das beweist mein Mann Jeremy mit seinem GREEN BIRD, eine trockene Scheurebe und perfekte Erfrischung für den Sommer. Ebenfalls von Bedeutung sind der rheinhessische Klassiker Silvaner oder auch die samtige Rotweinrebsorte St. Laurent. 

Helga König: Spielt die Klimaveränderung mittlerweile eine Rolle und wenn ja, welche Auswirkungen hat dies auf die Herstellung der Weine, vielleicht sogar auf den vermehrten Anbau mediterraner Traubensorten?

Christine Huff: Wer, wie Winzer, in Abhängigkeit von der Natur und dem Klima arbeitet, bemerkt natürlich die langfristigen Veränderungen. In den letzten Jahren hat sich dies in erster Linie durch eine höhere Reife und frühere Erntezeitpunkte ausgewirkt. Was uns zunehmend Schwierigkeiten bereitet sind Extremwetterlagen wie Trockenheit im Sommer und Unwetter mit Hagel. Insgesamt betrachtet ist unser Klima allerdings noch nicht mit dem mediterranen Raum zu vergleichen. Wir setzen daher auf regionale Rebsorten und versuchen eher die Auswahl der Lagen und die Anbaumethoden an die Bedingungen anzupassen. So verhindert beispielsweise die Abdeckung des Bodens mit Holzhäcksel Errosion und starkes Austrocknen. 

Peter J. König:  Rheinhessen ist vielleicht das dynamischste Weinanbaugebiet in Deutschland der letzten zwei Jahrzehnte, wie ist dies zu erklären und wie zeigt sich dies? 

Christine Huff:  Die einfachste Erklärung für diese Dynamik ist wahrscheinlich der hohe Wettbewerb. Aber auch die weltoffene und bodenständige Art der Rheinhessen. Man lernt von einander und motiviert sich gegenseitig. 

Helga König: Wie sieht es mit der Vermarktung der Weine vom Weingut Fritz Ekkehard Huff aus, findet diese regional und überregional statt und werden auch Weinmessen besucht?

Christine Huff: Wir vermarkten überwiegend in Deutschland. Sie können unsere Weine direkt über das Weingut beziehen oder bei einem unserer Partner. Mehr Informationen finden Sie unter www.weingut-huff.de 

Peter J. König: Die Leser möchten immer gerne wissen, ob Weinverkostungen im Gut möglich sind, vielleicht sogar ein Hoffest, um so vor Ort die Weine zu testen und zu erwerben, wie sieht es damit aus? 

Christine Huff: Weinverkostungen im Weingut sind nach telefonischer Absprache unter der Nummer +49 (0)6133 58003 möglich. Eine gute Gelegenheit zum Kennenlernen unserer Weine bietet sich auch an unserem Hoffest am 15. + 16. August 2015.

Liebe Frau Huff, wir danken Ihnen für  das aufschlussreiche Interview.
Peter J. König, Helga König

Bitte klicken Sie auf den Linl, dann gelangen Sie  zum Weingut Huff und können den Wein bestellen.


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