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Helga und Peter J. König im Gespräch mit Uwe Weber, Terrassen- Bio- Weingut, Lehmen/Mosel

Lieber Uwe Weber,  heute haben wir fünf Ihrer Weine und einen Winzersekt auf "Buch, Kultur und Lifestyle" vorgestellt. Deshalb möchten wir nun einige Fragen an Sie richten.



Helga König: Zu welcher Winzergemeinde zählt das Gut, in welcher Region ist dies und was zeichnet das Wein-Gebiet besonders aus, in Hinsicht auf das Terroir und den Terrassen-Lagen? 

 Uwe Weber
Uwe Weber: Das Terrassen- Bio- Weingut Weber gehört zur Winzergemeinde Lehmen an der Mosel, etwa 20 km flussaufwärts von Koblenz. Dort sind die steilsten Lagen an der unteren Mosel zu finden, die durch ihre Terrassenlagen bekannt sind. Das Terroir besteht aus skelettreichen Schiefer- und Grauwackeverwitterungsböden. Der Steinanteil beträgt 60%.

 Peter J. König
Peter J. König: Seit wann existiert das Bio-Weingut Weber, und welche Rebsorten werden hauptsächlich angebaut? 

Uwe Weber: Die Betriebsübernahme hat Ende 1982 stattgefunden, und 1987-1989 haben wir das Weingut auf Bioanbau umgestellt. 

Als Hauptrebsorte (56 %) bauen wir den Weißen Riesling an, ferner: Blauer Spätburgunder (10 %), Regent (Diane x Chambourcin) (6 %), Grauburgunder (5 %), Prinzipal (Gm 323-58 x Ehrenfelser) (4 %), Solaris (Merzling x Gm 6493) (4 %), Helios (Merzling x (Seyve-Villard 12-481 x Müller-Thurgau) ) (3%), Phoenix (Bacchus x Seyve Villard 12-375) (3 %), Weißburgunder (3 %), Rondo (Saperavi Servernyi x St. Laurent) (3 %), Sauvignon blanc (auch Muskatsilvaner) (2%) 

 Helga König
Helga König: Welche besonderen Lagen sollten unbedingt erwähnt werden und was gibt es über diese zu berichten? 

Uwe Weber: Bei der "Lehmener Würzlay"  handelt es sich um eine Südostlage, terrassiert, NN 80-180 m. Der Name entstammt dem mittelhochdeutschen "wurzgarten", ein Garten, in dem wohlschmeckende und –riechende Kräuter gezogen werden. 

Helga König: Das Bio-Weingut Weber ist Mitglied im Bundesverband ökologischer Weinbau Ecovin und erzeugt entsprechend die Weine in biologisch-dynamischer Weise, was hat man darunter zu verstehen und welchen Aufwand bedeutet dieses? 

Uwe Weber: Seit 1988 sind wir Mitglied bei Ecovin und wir verwenden das Markenzeichen seit seiner Einführung 1989. Wir arbeiten biologisch-organisch. Das bedeutet keinen Einsatz von chemisch- synthetischen Spritzmitteln,  keine Herbizide, keine leicht löslichen Kunstdünger und keine genmanipulierten Produkte.

Peter J. König: Gibt es neben dem ökologischen Weinbau andere Kriterien, die die Philosophie im Gut prägen?

Uwe Weber: Ja, es gibt andere Kriterien als da sind: Ursprünglichkeit, keine Schönungsmittel, lediglich minimaler Zusatz an schwefliger Säure. Unser Weine sind seit dem BSE-Skandal vegan ausgebaut.

 Uwe Weber
Helga König: Der Klimawandel ist heutzutage ein ganz wichtiges Thema bei der Weinerzeugung, wie wird darauf reagiert, etwa durch Anbau weiterer mediterraner Rebsorten und wie reagiert der Riesling darauf?

Uwe Weber: Ergänzungen pflanze ich eher in Hinsicht auf den Pflanzenschutz, d. h.  PiWi-Sorten wie Regent, Rondo, Solaris, Phönix, Prinzipal und Helios. Allgemein ist die zunehmende Trockenheit im Sommer ein ernstes Problem. Nicht nur für den Riesling. Der Riesling neigt durch die intensivere Besonnung und UV-Strahlung zur Bildung von Petrolnoten. Die machen sich inzwischen früher bemerkbar als in vergangenen Jahrzehnten. 

Peter J. König: Unsere Leser möchten immer gerne wissen, wie man die Weine des vorgestellten Weingutes beziehen und probieren kann, welche Möglichkeiten gibt es diesbezüglich, gibt es einen Online-Shop, oder per E-Mail, Fax oder Telefon? 

Uwe Weber: Wir betreiben einen Onlineshop: www.weber-lehmen.de. Sie können uns aber auch per Mail, Post und  telefonisch erreichen.

Helga König: Nichts ist authentischer als die Weine dort zu probieren und zu erstehen, wo sie gewachsen und erzeugt wurden. Wie sieht es mit einer Weinprobe im Gut aus, einem Hoffest oder sonstigen Veranstaltungen, wo man die Weine verkosten kann?

Uwe Weber: Nach Vereinbarung können Sie uns auf dem Weingut zu einer Probe besuchen.  Des Weiteren gibt es ein Weinfest in Lehmen (mit Heimatverein und einem weiteren Kollegen am 4. WE im Juni). Zudem gibt es Verkostungen bei den Marktschwärmereien (www.marktschwaermer.de)  in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Köln und wir sind bei Weinmessen in Berlin, Hamburg, Hannover, Düsseldorf und Köln vertreten. 

Peter J. König: Interessant ist auch immer zu erfahren, wie der Winzer selbst seine Weine charakterisiert, was hat es damit auf sich? 

Uwe Weber: Ganz allgemein würde ich meine Weine als filigran mit zarter, verhaltener Frucht, weitgehend sanft in der Säure, aber auch als mineralisch beschreiben. Bei unseren Rotweinen ist das Leitaroma eine Cassisnote.

Helga König: Seit wann ist das Terrassen-Bio-Weingut Weber Mitglied bei Ecovin und wie haben die benachbarten konventionellen Winzer auf die ökologische Umstellung reagiert? 

Uwe Weber: Wir sind seit 1988 bei Ecovin, der damals noch Bundesverband ökologischer Weinbau hieß. Anfänglich reagierten die benachbarten konventionellen Winzer kritisch und spöttisch, aber am Ende anerkennend.

Lieber Uwe Weber, besten Dank für das aufschlussreiche Interview.

Ihre Helga König, Ihr Peter J. König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Bio-Weingut Weber und können dort den Wein bestellen: http://weber-lehmen.de/