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Helga und Peter J. König im Gespräch mit #Christopher_Baur, dem Geschäftsführer der #Traditionssektkellerei_Kessler

Lieber Herr Baur, dieser Tage haben wir auf "Buch, Kultur und Lifestyle" fünf Sekte aus Ihrem Hause vorgestellt. Deshalb auch möchten wir heute einige Fragen zu Ihrem Hause und Ihren Sekten an Sie richten.

Hier der Link zu den Sektbesprechungen: Fünf #Sekte der #Traditionssektkellerei_Kessler. 

Helga König: Die Sektkellerei Kessler ist ein Haus mit langer, interessanter Geschichte und Tradition, was gibt es darüber von den Ursprüngen zu berichten? 

 Christopher Baur
Foto: Robin Rudel
Christopher Baur: Georg Christian von Kessler (GCK) war 20 Jahre lang in Reims bei Veuve Clicquot-Ponsardin und leitete dieses Champagner-Haus vor seiner Rückkehr nach Deutschlands als Teilhaber und Chef. Die Erfahrung, die er von dort mitbrachte, sind die Grundlage der KESSLER Produkte – auch nach 190 Jahren noch. 

Champagner war im 19. Jahrhundert vor allem ein Export-Produkt, da der französische Markt relativ beschränkt war. Wegen der Exportlastigkeit wurden zahlreiche Champagner-Häuser von Deutschen geführt (unter den 20 berühmtesten Champagner-Marken tragen heute noch die Hälfte deutsche Namen). 

GCK hatte schon damals die Vision, den Schaumwein am Ort der Vermarktung herzustellen und unternahm bereits während seiner Reimser Zeit Versuche auf einem Weingut bei Heilbronn, aus deutschen Trauben Champagner-Wein herzustellen.  

Peter J. König: Warum ist der Firmensitz von Kessler gerade in Esslingen/Württemberg beheimatet und hat der Sektgenießer die Möglichkeit dort Kessler Sekte zu verkosten? 

Christopher Baur: GCK gründete 1820 die Bank Verve Clicquot und suchte nach Investitionsmöglichkeiten, die er vor allem in der aufstrebenden Textilindustrie sah. Für Verve Clicquot errichtete er in Frankreich eine Textilfabrik, deren deutsche Filiale er in Esslingen am Neckar aufbaute. Er wählte Esslingen als Sitz aus, weil es damals die am weitesten fortgeschrittene Industriestadt im Königreich Württemberg war.

Aus dieser Textilfabrik ging das bedeutende Unternehmen Merkel & Kienlin hervor, deren Marke »Esslinger Wolle« auch heute noch existiert (Villa Merkel, Merkelsches Hallenbad…). Mit einem Teil der Spinnereierträge finanzierte GCK die ersten Grundweineinkäufe für seine Schaumweinerzeugung. 

Nachdem GCK die Textilfabrik verkaufte, widmete er sich wieder der Schaumweinerzeugung und blieb damit am Standort Esslingen, denn die Stadt war vor der industriellen Revolution lange Zeit eine der süddeutschen Wein-Zentren (»Esslinger Eimer« als Standardmass). 

Einer der Gründe, weshalb GCK Esslingen seiner Heimatstadt Heilbronn (auch eine bedeutende Weinstadt) vorzog, waren die weitläufigen Gewölbekeller des Areals um den Speyrer Pfleghof, dem heutigen Kessler-Haus. 

Das Kessler-Haus ist einer touristischen Anziehungspunkte der mittelalterlichen Innenstadt Esslingens und lädt die jährlich 20.000 Teilnehmer der Kellerführungen zur Degustation der KESSLER-Sekte ein. Seit 2007 haben sich die Sekt-Bar KESSLER Karree 18 und der Zehnthof zu einem beliebten Treffpunkt für das lokale Publikum entwickelt. 

Helga König: Von 1826 bis heute ist es ein sehr langer Weg, wie hat sich in dieser Zeit die Sektproduktion im Hause Kessler entwickelt? 

 Christopher Bauer
Foto: Robin Rudel
Christopher Baur:  Die Erzeugung von Spitzensekt hat sich im Grunde nicht über die traditionellen Methoden hinaus entwickelt, die GCK einst aus Frankreich mitgebracht hatte, die Flaschengärung. Dennoch wurde der Herstellungsprozess im Lauf der Jahrzehnte immer weiter perfektioniert und in technischer Hinsicht modernisiert. Und gerade jetzt wurden bei KESSLER hohe Investitionen in die Produktion getätigt. Dennoch bleibt die Sekterzeugung, jedenfalls im Segment der Spitzenprodukte, nach wie vor ein weitgehend handwerklicher Prozess, der auf überlieferten önologischen Kenntnissen basiert. 

Georg Christian von Kessler hat 1826 die erste Charge Schaumwein in handgeblasene Flaschen abgefüllt. Es waren 8.000 Flaschen, von denen ungefähr die Hälfte während des zweiten Gärprozesses explodierte. Als Georg Christian von Kessler 1842 starb verkaufte Kessler schon rund 50.000 Flaschen, wovon rund ein Drittel in Ausland exportiert wurde. Die Absatzmenge hat sich im Laufe der Zeit kontinuierlich nach oben entwickelt.In der Nachkriegszeit wuchs das Volumen von 100.000 Flaschen auf über eine Million Flaschen. 

Peter J. König: Nach welchen Verfahren werden Kessler-Sekte kreiert? 

Christopher Baur: Im Mittelpunkt steht das Flaschengärverfahren – das Verfahren in dem aus unserer Sicht sich der Schaumwein bei der zweiten Gärung in der Flasche am besten entfalten kann. Unsere Jahrgangssekte werden noch von Hand gerüttelt und anschließend entheft.   

Helga König: Woher bezieht die Sektkellerei Kessler ihr Traubengut für die Grundweine und welche Rebsorten werden dazu verarbeitet? 

Christopher Baur:  Unsere klassischen Hauptrebsorten sind Chardonnay, Burgunder und Riesling. Den Riesling Grundwein beziehen wir von ausgewählten Winzern und Genossenschaften in Deutschland. Bei Chardonnay und Burgunder haben wir uns auf das Anbaugebiet Trentino fokussiert. Dort herrschen aus unserer Sicht die besten Voraussetzungen für unsere Grundweine. Die hochgelegenen Anbaugebiete (über 400 Meter über dem Meeresspiegel) bieten perfekte klimatische Voraussetzungen für einen Premium Sekt.

Peter J. König: Schon immer war Kessler der Inbegriff für den ganz besonderen deutschen Sekt, wo überall wurde Kessler Sekt genossen und in welchen Ländern kann man ihn heute noch antreffen?

 Christopher Baur
Foto: Robin Rudel
Christopher Baur: Bis Ende des 19. Jahrhundert war KESSLER stark exportorientiert, da der Gründer bedeutende Geschäftsbeziehungen aus seiner Zeit in Frankreich mitbrachte und Schaumwein bis Anfang des 20. Jahrhunderts als »Champagner« vermarktet werden durfte. Durch die beiden Weltkriege fielen wichtige Exportmärkte weg und konnten – u.a. auch wegen des »Champagner»-Verbots des Versailler Vertrags von 1919 – nicht mehr zurückerobert werden. Allerdings gelang es dem deutschen Schaumwein, zunehmend das einheimische Publikum zu gewinnen und sich zu einem bedeutenden Industriezweig zu entwickeln. KESSLER gehörte bis weit über die Mitte des 20. Jahrhunderts hinaus zu den bedeutendsten Marken Deutschlands. 

Unser Haus war zudem Königlicher Hoflieferant, durch Konrad Adenauer wurde Kesser Sektlieferant für Staatsempfänge für z.B. Elisabeth II, Kennedy, Clinton, Bush sen. usw. wurden mit Kessler Hochgewächs empfangen. Kessler ist aktuell natürlich stark regional verankert aber wir haben treue Kunden zum Beispiel in der Schweiz, Benelux, Singapur oder auch neu in Canada.  

Helga König: Können Sie unseren Lesern etwas zu den aktuellen Prestige-Sekten von Kessler sagen?

Christoph Baur: Wir haben eine Reihe von Rebsorten reinen Sekten aus einer Lage, sprich eine Rebsorte z.B. Chardonnay, Riesling oder Burgunder. Aktuell auch einen Rosé de Pinot, ein Spätburgunder Rose gekeltert. Unsere klassischen Cuvée basieren immer auf einem Anteil Chardonnay. Generell kann man sagen, dass Kessler Sekt niedrig Dossiert sind, d.h. die guten Schaumweine die nicht viel Dosage benötigen. 

Peter J. König: Gibt es besondere Veranstaltungen, wo Kessler Sekte gereicht wird? 

Christoph Baur: Auf Kessler stoßen Sie in zahlreichen Sternelokalen aber auch Veranstaltungen, welche zum Kessler Spirit passen. So zum Beispiel ist Kessler der wiederbelebten der historischen Baiersbronn Classic (Oldtimer Ralley für Genießer) oder vom Porsche Sports Cup. Ferner sind wir bei viele kulturellen Institutionen und Veranstaltungen verankert – z. B. Stuttgarter Staatsoper, Vernissagen oder Konzerte.

Helga König: Solche Spitzensekte wie Kessler haben sehr lange Reifezeiten, die auch der besonderen Pflege bedürfen, wo finden diese Schritte der Versektung statt? 

 Christopher Baur
Foto: Robin Rudel
Christoph Baur:  Wir lagern unsere Rohsekte je nach Reifezustand in unterschiedlichen Klimazonen, um einen schonenden Gärprozess zu garantieren. Je nach Sorte liegt die Reifezeit zwischen 12 Monaten bis zu 5 Jahren.   

Peter J. König:   Welche besonderen Anstrengungen unternimmt das Haus Kessler um die Jahrhunderte lange Tradition fortzuführen? 

Christoph Baur:  Unsere größte Herausforderung ist, die Tradition und ureigenen Werte zu wahren und gleichzeitig den Zeitgeist zu leben. Wir haben das Glück, dass das Kessler-Team sich für die Marke begeistert und zu 100% identifiziert. So können wir im Sinne unseres Gründers die Tatenkraft und den Pioniergeist wahren.

Lieber Herr Baur, wir danken Ihnen  für das aufschlussreiche Interview.

Ihre Helga König, Ihre Peter J. König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann  gelangen Sie zur Website der #Kessle_Sekt_GmbH_&_Co_KG und können dort vorzügliche Sekte bestellen:



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