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Helga und Peter J. König im Gespräch mit Matthias Wolf, Geschäftsführer des Weinguts Schloss Ortenberg

Lieber Herr Wolf, Sie sind Geschäftsführer des Weinguts Schloss Ortenberg.  Auf "Buch, Kultur und Lifestyle" haben wir  drei Ihrer Weine vorgestellt und möchten nun einige Fragen zu Ihrem Weingut und Ihren Weinen an Sie richten.

Helga König: Können Sie uns bitte sagen, wo genau das Weingut Schloss Ortenberg zu finden und in welche Kulturlandschaft es eingebettet ist?

 Matthias Wolf
Geschäftsführer des Weinguts Schloss Ortenberg 
Matthias Wolf: Das Weingut liegt eingebettet inmitten von Weinbergen in der Einzellage Andreasberg. Von hier eröffnet sich dem Besucher ein herrliches Panorama mit Sicht über die oberrheinische Tiefebene bis hin zu den Vogesen. Die Weinberglagen liegen alle im Klimadreieck Oberrhein-Kinzigtal, welches ein hervorragendes Klima für den Weinbau hat.

Peter J. König:  Wie lange existiert dieses Weingut und welche historischen Besonderheiten gilt es zu berichten? 

Matthias Wolf:  In seiner heutigen Form existiert das Weingut seit 1997. Damals fusioniert das ehemalige Stiftungsweingut St. Andreas der Stadt Offenburg sowie das Weinbauversuchsgut des Ortenaukreises. Das Weingut St. Andreas wurde als Stiftungsweingut im Jahre 1500 gegründet und ist eines der ältesten noch existierenden Weingüter Badens. Das Versuchsweingut Schloss Ortenberg wurde im Jahr 1951 durch den Ortenaukreis als Forschungsweingut im ehemaligen Kutscherhaus von Schloss Ortenberg gegründet. Im Schloss selbst befindet sich eine Jugendherberge. Die ehemaligen Schlossbesitzer waren schon immer im Besitz eines eigenen Weingutes mit Reben. Diese gingen aber durch die Wirren des 2. Weltkrieges verloren. 

Helga König: Wieviel Hektar Rebfläche umfasst Ihr Weingut und welche Rebsorten werden dort angebaut? 

Matthias Wolf:  Wir bauen inzwischen auf 45 ha Reben an und sind damit das größte kommunale Weingut Deutschlands. 

Die zwei wichtigesten Sorten sind der Klingelberger, so wird der Riesling in der südlichen Ortenau genannt, und der Spätburgunder. Sie wachsen zusammen auf 50 % der Rebfläche. Der Rest ist hauptsächlich mit Müller-Thurgau, Weißburgunder, Grauburgunder und Sauvignon blanc bestockt. es finden sich aber auch Spezialitäten wie Gewürztraminer, Muskateller, Scheurebe oder gar Cabernet Sauvignon und Merlot. 

Peter J. König: Welche Besonderheiten können Sie unseren Lesern über Ihr Terroir berichten?

Matthias Wolf: Unsere Reben wachsen hauptsächlich in Granitverwitterungsböden, welche sehr karg aber äußerst mineralreich sind. Zudem findet sich in kleinen Teilen unserer Weinberge Sandstein, Gneis und Löss. Außerdem profitieren sie von den starken Temperaturunterschieden hier im Klimadreieck Kinzigtal-Oberrhein. Starke Tageserwärmung durch Einfluss von Mittelmeerluft und nächtlichen Abkühlung durch Kaltluftströme aus dem Schwarzwald sind zudem das zweite Prägende Element unseres Terroirs. 

Helga König: Welche Philosophie leitet Sie, damit Ihre Weine einen exzellenten Charakter entwickeln können? 

Matthias Wolf 
Matthias Wolf:  Wir möchten das Terroir zu gut als möglich herausarbeiten. Das zeigt sich in fruchtigen und eleganten Weinen, welche zudem einen gehaltvollen Körper haben. Wichtig ist mir: Je höher wir in unserer Qualitätspyramide kommen, desto haltbarer müssen die Weine sein. 

Peter J. König:  Die Gegend um Offenburg ist für besondere Weine und außerordentliche Lagen bekannt. Was können Sie diesbezüglich zum Weingut Schloss Ortenberg sagen und welches sind Ihre präferierten Rebsorten? 

Matthias Wolf:  Wir besitzen Weinberge in fünf teilweise sehr unterschiedlichen Lagen, welche natürlich auch unterschiedliche Sorten bevorzugen. Ich persönliche präferiere die Vielfalt und das auch in unseren Sorten. 

Helga König: Können Sie etwas darüber berichten, ob die zunehmende Erderwärmung sich auf den Anbau Ihrer Weine auswirkt und ob Sie dementsprechend an weitere mediterranere Rebsorten denken? 

Matthias Wolf:  Der Begriff Klimaerwärmung ist in regionaler Hinsicht die falsche Bezeichnung. Hier müssen wir von Klimaveränderung sprechen. Für uns bedeutet das neben steigenden Durchschnittstemperaturen auch mehr Wetterextreme. Auf Hitze folgen Starkregen oder umgekehrt. Mit den mediterranen Sorten arbeiten wir schon sehr lange. Es wird hier sicherlich zu einer Flächenausdehnung kommen, welche aber langsam von statten gehen wird. Man kann am Markt etablierte Sorten nicht von heute auf morgen ersetzen. 

Peter J. König: Können Sie uns bitte sagen, wie Sie mit ihren angehenden Weinen verfahren, sowohl im Weinberg als auch anschließend bei der Ernte und bei der Kellerwirtschaft? 

Matthias Wolf:  Wir achten auf dem Weintypus entsprechende Erträge und einer naturnahen Pflege unserer Weinberge. Die Qualität der Trauben versuchen wir durch schonendste Verarbeitung im Keller zu erhalten und dann wiederum dem Weintypus entsprechend im Stahltank, Holzfass oder Barrique auszubauen.

Helga König: Werden Ihre Weine überwiegend regional und auch international vermarktet und gibt es bei Ihnen auf dem Weingut besondere Veranstaltungen, für die sich unsere Leser interessieren könnten? 

 Matthias Wolf
Matthias Wolf: Wir vermarkten unsere hauptsächlich deutschlandweit. Seit einigen Jahren sind wir jedoch auch im Export erfolgreich und das mit steigender Tendenz. 

Peter J. König:  Können Sie zum Schluss noch einmal mitteilen, was Sie besonders an Ihren Weinen von Schloss Ortenberg schätzen? 

Matthias Wolf:  Einfach große Weine aus besten Lagen. Wir haben für jeden Anlass den passenden Wein. 

Lieber Herr Wolf, wir danken Ihnen für das aufschlussreiche Interview
Helga und Peter J. König.

Bitte  klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie  auf die Website von Schloss Ortenberg und können dort Weine bestellen. www.weingut-schloss-ortenberg.de

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