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Helga König und Peter J. König im Gespräch mit Jörg Lanius Inhaber des VDP Weinguts Lanius- Knab

Lieber Herr Lanius, wir haben  heute auf  "Buch, Kultur und Lifestyle" vier Ihrer Weine vorgestellt und möchten nun einige Fragen an Sie richten, um Sie und Ihr Weingut unseren Lesern näher zu bringen.


Helga König: Damit unsere Leser wissen, wo Sie zu Hause sind: Wo eigentlich ist Oberwesel zu finden und wodurch ist dort die Landschaft geprägt?

 Jörg Lanius
Inhaber des VDP Weinguts  Lanius- Knab
Jörg Lanius: Oberwesel ist die größte Weinbaugemeinde im Weinbaugebiet Mittelrhein, mitten im UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal. Der Ort liegt auf der linken Rheinseite, genau in der Mitte zwischen Koblenz und Mainz. Geologisch gesehen sind wir im rheinischen Schiefergebirge, auf der Hunsrückseite. Landschaftsprägend ist das schroffe Engtal unweit der Loreley mit seinen Weinbergsterassen und Felshängen aus braun-grauem Devonschiefer.

Peter J. König: Seit wann betreibt Ihre Familie Weinbau und welche Rebsorten werden von Ihnen überwiegend angebaut?

Jörg Lanius: Die Familie Lanius-Knab betreibt seit ca. 1790 Weinbau im Engehöller Tal. Die heutige Ausrichtung und Größe des Weinguts als VDP-Betrieb ist maßgeblich unter der Leitung von Jörg Lanius seit Anfang der `90 er Jahre aufgebaut worden. Heute werden 8 Hektar Steillagenweinberge bewirtschaftet, die zu 92% mit Riesling bestockt sind. Weiterhin werden auch noch Spätburgunder und Müller-Thurgau angebaut.

Helga König: Können Sie uns etwas über die Beschaffenheit der Weinberge sagen und auch etwas zum Terroir berichten?

Jörg Lanius: Unsere Weinberge sind in drei, fast arrondierte Lagen aufgeteilt: Oelsberg: Der Oberweseler Oelsberg liegt, mit einer Steigung von 63%, nördlich von Oberwesel als reine Südlage in der Rheinbiegung. So ist das Kleinklima des Oelsbergs geprägt durch die große Wasserfläche des Stromes, der einen Ausgleich zwischen starker Kälte und trockener Hitze schafft. Über eine Länge von 6 km fließt der Rhein gerade auf den Oelsberg zu. Dies schafft einen besonders günstigen Einfallswinkel für die Sonne und eine extreme Intensität der Lichtreflexe. Die Bodenstruktur des Oelsbergs besteht, typisch für den Mittelrhein, aus Schiefer. Zusätzlich hat der Rhein über Jahrmillionen Lößlehme angeschwemmt, die sich mit dem Gestein vermischten. Dies schafft einen für den Mittelrhein ungewöhnlich fetten Boden. Die größte Besonderheit liegt jedoch in der Geologie. Im Oelsberg endet eine Bodenverwerfung, die sich quer durch Europa bis an den Rhein zieht und Buntsandstein in die oberen Bodenschichten gebracht hat. Bernstein:  Der Engehöller Bernstein liegt in einem Seitental des Rheins, das von der Stadt Oberwesel, direkt am Rhein, bis zum 1,5 km entfernten Stadtteil Engehöll reicht. Das Tal verläuft von Osten nach Westen und nur der Südhang dieses Tals ist mit Reben bestockt. Durch die leichte Wölbung des Tals entsteht eine Lage, die einem Amphitheater gleicht und in der sich die Wärme des Tages staut. Die hohen Berggipfel schützen den Bernstein vor starken Winden. Die geologische Bodenformation besteht ausschließlich aus braun-grauem Schiefer des Unterdevon, der vor ca. 340 Millionen Jahren entstanden ist. Dieser ist sehr mineralstoffreich und leicht erwärmbar. Der extrem hohe Steinanteil begünstigt die Wärmespeicherung und sorgt so für einen Ausgleich der Tages- und Nachttemperaturen. So zeichnet sich der Bernstein durch eine lange und gleichmäßige Vegetationsperiode aus. Goldemund: Der Engehöller Goldemund schließt sich direkt an die Lage Bernstein, in westlicher Richtung, an und die Geologie und auch das Kleinklima ändern sich entscheidend. Der Schieferboden ist nicht so Stein haltig und mit Quarziten durchsetzt. So besitzt der Boden mehr Feinerde und einen höheren Lehmanteil. Zusätzlich öffnet sich das Tal und wird weiter und flacher.

Peter J. König: Seit wann gehört Ihr Weingut dem Verband der Prädikatsweingüter des V.D.P. an und welche Kriterien mussten Sie erfüllen, um aufgenommen zu werden?

Jörg Lanius: Seit dem 1. Januar 1995 ist unser Weingut Mitglied im VDP Mittelrhein. Kernpunkt des VDP, damals wie heute, ist der Besitz von erstklassigen Weinbergslagen, die langfristig eine hohe Qualität der Weine garantiert. Schon damals lagen viele unserer Weinberge im Bereich der höchstklassifizerten Weinbergslagen des Mittelrheins, aus der Preussischen Lagenklassifikation von 1801! Als relativ kleines Weingut war es unabdingbar die Weinbergsfläche zu erweitern. So erfolgte die Auflage den Lagenbesitz weiterhin in dieser Güte zu vergrößern, was wir bis heute unablässig getan haben.

Helga König: Können Sie uns etwas über die klimatischen Bedingungen am Mittelrhein sagen und haben sich diese Bedingungen für Sie in der letzten Zeit sichtbar gewandelt?

Jörg Lanius: Der Mittelrhein liegt nördlich des 50. Breitengrades was aus klassischer Sicht Weinbau nur noch in besonders begünstigten Lagen, also den Steillagen, ermöglicht. Auch bei uns macht sich die Klimaerwärmung bemerkbar, allerdings profitieren wir eher davon als das er uns Probleme bereitet. Die durchschnittliche Qualität der Trauben hat sich auf hohem Niveau stabilisiert und trotzdem ist die Lagenhierachie noch nicht auf den "Kopf gestellt". Nach wie vor sind die historisch guten Lagen erstklassig und ich denke es wird auch so bleiben.

Peter J. König: Was unterscheidet Ihren Riesling beispielsweise von den Rieslingen an der Mosel oder in der Pfalz?

Jörg Lanius: Die feine Eleganz in allen Geschmacksrichtungen, vom trockenen Gutsriesling bis zur Edelsüßen Spezialität. Die Stärken der Moselrieslinge liegen ganz klar bei den fruchtsüßen Spät- und Auslesen. In der Pfalz sind es die überschwänglichen Große Gewächse! Unsere Rieslinge eignen sich für alle Weinarten, dabei bleiben sie immer feingliedrig und harmonisch. Egal ob das Große Gewächs 13,5 % Alkohol hat, es wirkt immer filigran und schlank. Ebenso ist es bei den Restsüßen: Durch die reife Säure wird die Süße getragen und wirkt nie dominant.

Helga König: Werden Ihre Weine überwiegend regional und bundesweit vertrieben oder exportieren Sie auch ins europäische Ausland oder auch nach Übersee?

Jörg Lanius: Natürlich sind unsere Wein regional in allen guten Restaurants zu finden, aber der überwiegende Teil wird bundesweit vertrieben. 10% unserer Weine exportieren wir auch. Seit längerer Zeit sind wir konstant in unseren europäischen Nachbarländern, Belgien, Holland, Dänemark und Norwegen vertreten. Als Neuzugang, mit vielversprechendem Potential, haben wir den chinesischen Markt hinzugewonnen.

Peter J. König: Neben den Weißweinen bieten Sie auch Rotweine an, welche Rebsorte hat in Ihren Weinbergen die besten Chancen zu gedeihen?

Jörg Lanius: Der Riesling hat mit großem Abstand den ersten Platz im Rebsortenspektrum. Trotzdem hat der Spätburgunder, für uns in Oberwesel, gleich Platz zwei! Schon immer wird bei uns Spätburgunder angebaut und das in einer größeren Ausbreitung als in den anderen Mittelrheingemeinden. Oberwesel ist die „heimliche Rotweinstadt“ am Mittelrhein. Der Grund hierzu liegt in den Weinbergen der alten Mittelterrasse des Rheines. Hier gibt es ganz abgegrenzte Flächen mit kräftigen Lehmböden auf denen der Spätburgunder hervorragend gedeiht.

Helga König: Können Sie den Lesern etwas zu Ihrer Philosophie des Weinmachens berichten?

Jörg Lanius: Das „Wein machen“ ist für mich der falsche Begriff! Der Wein wächst im Weinberg und nur hervorragende Trauben aus erstklassigen Weinbergen ergeben herausragende, eigenständige Weine. Ich sehe das Ziel meiner Arbeit die unterschiedlichen Terroirs und Jahrgänge in die Flasche, wiedererschmeckbar, zu bekommen. Jeder Wein ist ein Unikat das sich aus dem Weinberg, dem Wetter und der Arbeit zusammensetzt. Ein Nachfolgejahrgang wird immer den Lagencharakter hervorbringen, aber trotzdem ein eigenständiger Wein sein. Und das kann man auch schmecken!

Peter J. König:  Veranstalten Sie auf Ihrem Weingut besondere Feste und zu welchen Terminen finden diese statt?

Jörg Lanius: Auf dem Weingut finden dieses Jahr folgende Termine statt: Spectaculäre Weinprobe mit Jo dem Gaukler.  Das Weingut kredenzt seine Weine und verwöhnt darüber hinaus mit kulinarischen Genüssen. Sie können die Weinbaugeschichte der Weinstadt Oberwesel kennenlernen und sich gleichzeitig ins Mittelalter entführen lassen, denn Jo bringt Ihnen das Gauklertum des Mittelalters nah, so wie es sich einst auf Marktplätzen, Turnieren, Gelagen und bei Hofe zutrug. Natürlich sind Jo und seine Bagage mittelalterlich gewandet. Die alte Sprache und authentische Requisiten verstärken die Atmosphäre, und für die ganz große Faszination sorgen Jonglage, Zauberei, Animation und spektakuläres Feuerspeien.

Wann? Jeweils um 19:00 Uhr Freitag, der 27.06.2014 Freitag, der 11.07.2014 Freitag, der 15.08.2014 Was kostet das? 35,00€ pro Person.

Um vorherige Anmeldung wird gebeten

Hoffest, Samstag 14.06.2014 Wir laden Sie ganz herzlich zu unserem Hoffest ein. Für den Gaumen bieten wir Ihnen unsere Weine und auch Nahrhaftes. Für die Ohren spielt ab 16.00 Uhr das Kolping-Blasorchester. Für eine angenehme Atmosphäre am Abend sorgen ab 20:00 Uhr die Saitenspringer mit leisen Tönen und Lounge Musik von Pop bis Rock, von Jazz bis zur Renaissance.

Swingender Jazz im Weingutshof, Freitag 18.07.2014

Das Mittelrhein Musik Festival präsentiert die Musikalische Weinprobe 2014. Eine virtuos-humorvolle Mischung aus Moderation und Jazz, von Bix bis Bop, von Getz bis Gershwin, die mitreißt. Auf der „Weinbühne“ des Abends präsentieren Ihnen die VDP Winzer Mittelrhein ihre exklusiven Weine aus den Steilhängen des Welterbetals. Ein genussreicher Abend für alle Sinne!

Weinprobe mit Gewölbekellerführung

Nein, das ist keine trockene Veranstaltung. Denn zu einen präsentieren wir Ihnen 6 Weine unterschiedlicher Qualitätsstufen. Zum anderen erfahren Sie Interessantes über den Weg des Weines von der Traube bis in die Flasche, Wissenswertes über die Geschichte des Weinbaus am Mittelrhein und Oberwesel. Freuen Sie sich aus Sehenswertes wie beispielsweise unseren historischen Weinkeller. Jeden Montag um 17:30Uhr und jeden Freitag um 17:00 Uhr.

Wein und der Jahrgang 2013

Samstag und Sonntag 27.-28.09.2014

Jeweils von 13:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Traditionell geben wir unseren Weinen ein Jahr Zeit, um ganz in Ruhe Reife und Charakter zu erlangen. Dann wird es aber höchste Zeit, ihn auch zu degustieren. Und zwar in unserer Herbst-Präsentation. An zwei Tagen können Sie sich nach Lust und Laune vom Jahrgang 2013 bezaubern lassen. Und zwar vom trockenen Gutsriesling bis hin zur Trockenbeerenauslese. Für das leibliche Wohl wird selbstverständlich auch gesorgt. Und wer möchte, kann auch an einer kleinen Führung in unserem historischen Gewölbekeller teilnehmen.

Weiterhin bieten wir auf Anfrage Weinbergbegehung und Kulinarische Weinproben auf dem Weingut an.

Lieber Herr Lanius, wir danken Ihnen für das aufschlussreiche   Interview.

Peter J. und Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie  zum Weingut Lanius Knab und können  dort Weine bestellen:http://lanius-knab.de/shop/








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