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Helga König im Gespräch mit Dr. Eva Wlodarek

Sehr gehrte Frau Dr.  Wlodarek, dieser Tage habe ich Ihr Buch  "Tango Vitale- Von Schicksalsschlägen und anderen glücklichen Umständen" rezensiert. Heute möchte ich Ihnen hierzu einige Fragen stellen.

Helga König: Können Sie den Lesern bitte kurz erläutern, was Sie unter dem Begriff Schicksal verstehen?

Dr. Eva  Wlodarek: Eine allgemeine Definition für das Schicksal gibt es nicht, dazu ist es zu komplex und zu geheimnisvoll. Trotzdem weiß jeder von uns, was damit gemeint ist: Das Unwägbare, das Unerwartete im Leben. Etwa, wenn Sie Ihrer großen Liebe begegnen, überraschend eine Chance im Beruf bekommen oder unverschuldet einen Autounfall haben.

Helga König: Was bedeutet es für Sie, mit dem Schicksal Tango zu tanzen?

Dr. Eva  Wlodarek: Ein Sprichwort sagt: „Zum Tango gehören immer zwei.“ Bei diesem „Tanz“ führt manchmal das Schicksal und wir müssen reagieren, zum Beispiel auf unsere genetische Ausstattung oder Schicksalsschläge. Und manchmal können wir die ersten Schritte tun, indem wir durch unser Verhalten günstige Umstände schaffen und gute Gelegenheiten anziehen.

Helga König: Sie sagen, dass das Schicksal nicht selten einen Menschen zu derjenigen Lebensaufgabe führt, für die er die beste Voraussetzung mitbringt. Demnach ist das Schicksal grundsätzlich positiv, oder?

Dr. Eva  Wlodarek: Vielleicht ist das Schicksal in einem übergeordneten Sinne immer positiv, weil wir uns dabei entwickeln und daran lernen. Aber das ist oft schwer einzusehen, wenn man leidet. Ich möchte deshalb eher sagen: Das Schicksal scheint uns gerne dabei zu unterstützen, unser Potenzial zu entfalten. Es gibt jedenfalls viele Beispiele dafür, dass Menschen durch unerwartete Ereignisse zu ihrer wahren Berufung gekommen sind.

Helga König: Was bedeutet Synchronizität im Zusammenhang mit dem Schicksal ?

Dr. Eva  Wlodarek: Der Begriff stammt von dem Psychologen C.G. Jung und bedeutet so viel wie „Gleichzeitiges Geschehen“. Wenn Sie gerade an jemand denken und in dem Moment ruft er an, so ist das Synchronizität. Im Zusammenhang mit dem Schicksal versteht man darunter das Zusammentreffen von zufälligen Ereignissen, aus dem sich dann etwas Besonderes ergibt. Das hat oft etwas Magisches. Zum Beispiel, wenn Sie durch Zufall der Liebe Ihres Lebens begegnen.

Helga König: Das Gesetz der Resonanz hat bei Dr. Dahlke auch eine spirituelle Ebene. Wie weit fließt diese in Ihre Überlegungen im Hinblick auf das Gesetz ein?

 Dr. Eva Wlodarek
Dr. Eva  Wlodarek: Wir müssen bei dem Gesetz der Resonanz gar nicht unbedingt die Esoterik bemühen. Schon unsere Vorfahren wussten: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Fast immer ernten wir früher oder später, was wir säen. In diesem Sinne sind viele glückliche und unglückliche Erlebnisse selbst verursacht. Das kann man aktuell bei bekannten Persönlichkeiten beobachten. Und eine Tatsache ist auch, dass wir meist Menschen anziehen, die uns ähnlich sind, ebenso wie Situationen, die zu unserem Verhalten passen.

Helga König: Weshalb zerbrechen manche Menschen an Schicksalsschlägen. Mangelt es ihnen an Stärke oder wissen sie einfach nicht, wie man diese überwindet?

Dr. Eva  Wlodarek: Ich würde es nicht wagen, jemandem die Stärke abzusprechen, der verzweifelt. Besonders gefährdet sind allerdings diejenigen, die innerlich sehr an einen bestimmten Menschen, eine Lebensform oder Aufgabe gebunden sind. Wenn dieser Mittelpunkt zerstört wird, empfinden sie ihr Dasein nicht mehr als lebenswert. In jedem Fall ist es absolut hilfreich, zu wissen, wie man mit einem Schicksalsschlag umgeht. Zwei Dinge sind entscheidend: Die Situation anzunehmen und zu versuchen, in dem Leid einen Sinn zu finden.

Helga König: Wie entzieht man sich negativen sich selbsterfüllenden Prophezeiungen mit Endlosschleife?

Dr. Eva  Wlodarek: Zunächst müssen wir uns bewusst werden, dass wir mit unserer negativen Einstellung mitbestimmen, was passieren wird, weil wir uns unbewusst entsprechend verhalten. Dann geht es darum, diese Einstellung zu ändern. Man sollte sich klarmachen: Die negative Sichtweise ist nur ein Denkkonzept, nicht die Wahrheit. In meinem Buch beschreibe ich genau, wie man dieses Denkkonzept ins Positive verändern kann. Die Methoden hier zu erklären, würde den Rahmen sprengen.

Helga König: Kann jeder, der es wirklich will, ein Glückspilz werden und wenn ja, was muss er tun?

Dr. Eva  Wlodarek: Glückspilze sind keine besonderen Lieblinge des Schicksals. Was sie auszeichnet, ist eine spezielle Haltung: Sie sind offen gegenüber anderen Menschen und neuen Situationen. Auf diese Weise schaffen sie mehr günstige Gelegenheiten und sind auch besser in der Lage, sie zu ergreifen. Diese Haltung lässt sich durchaus lernen. Was ebenfalls eine Rolle spielt, ist Freundlichkeit. Mit Respekt und Zugewandtheit gewinnen Sie, mit Egoismus und Arroganz schrecken Sie ab.

Helga König: Welche Bedeutung haben Zeitfenster im Zusammenhang mit Glück? Hat alles seine Zeit und wenn ja, was heißt das?

Dr. Eva  Wlodarek: Noch heute bezeichnen wir mit dem altgriechischen Begriff „Kairos“ einen günstigen Augenblick. Dann heißt es zugreifen, sonst ist die Chance unwiederbringlich vorbei. Immer wieder im Leben bietet uns das Schicksal Gelegenheiten. Wir müssen sie nur erkennen. Das gelingt uns umso besser, je genauer wir wissen, was wir wollen. Denken Sie nur an den Sänger Paul Potts. Der wollte für sein Leben gern Opern singen. Sein „Kairos“ war eine Castingsshow für Sänger. Er hat zugegriffen – und gewonnen.

Liebe Frau  Dr. Wlodarek, ich danke Ihrnen herzlich für das aufschlussreiche Interview.
Ihre Helga König

Kostenfreies Foto aus dem bestand von Dr. Eva Wlodarek_ Der Fotograf ist mir nicht bekannt.

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