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Helga und Peter J. König im Gespräch mit Hans-Jörg Lüchau, Weingut Deutzerhof Cossmann Hehle, Mayschoß/ Ahr

Lieber Herr Lüchau, dieser Tage haben wir auf "Buch, Kultur und Lifestyle" sechs Ihrer Weine vorgestellt. Deshalb auch möchten wir nun einige Fragen an Sie richten:

Anbei der Link zu den Weinpräsentationen: 6 Weine  vom Weingut Deutzerhof Cossmann-Hehle

Helga König:. Zur besseren Information unserer Leser zunächst die Frage: In welcher Wein-Region ist das VDP. Prädikatsweingut Deutzerhof zu finden, in welcher Winzer-Gemeinde dort und was zeichnet das Wein-Gebiet ganz besonders aus?

 Hans- Jörg Lüchau
Hans-Jörg Lüchau: Das Weingut Deutzerhof liegt idyllisch am Fuße des Mönchberg in Mayschoss – an der Ahr. Das Anbaugebiet Ahr ist eines der am nördlichsten gelegenen Anbaugebiete der Welt. Im Westen wird das schmale Tal von der Eifel und den Ardennen geschützt. Von Altenahr bis nach Heimersheim erstreckt sich die nur 560 ha kleine Region auf 25 Kilometer Länge. Der Boden ist das Geheimnis, warum Trauben soweit nördlich reifen können.

Massiver dunkler Schiefer nimmt die Wärme auf und strahlt sie an die Reben wieder ab. Dieser Schiefer ist auch für die einzigartige Mineralität unserer Weine verantwortlich. Die Besonderheit der Region ist, dass über 80 Prozent der Rebfläche mit Rotwein bepflanzt ist. Man sagt, dass die Schweden im 30jährigen Krieg vom Burgund aus an die Ahr gekommen sind. Es ist geschichtlich belegt, dass Sie unsere Saffenburg in Mayschoss zerstört haben und weiter gezogen sind. Im Gepäck sollen Sie Pinot Noir aus dem Burgund dabei gehabt haben und einige Stöcke blieben an der Ahr. Die roten Trauben wurden allerdings weiß gekeltert und der Wein fand als "Ahr-Bleichert" Erwähnung.

 Lounge
1797 annektierte Napoleon die Region. Als Liebhaber des Pinot Noirs ließ er Fachleute aus dem Burgund kommen und trieb den Anbau der roten Rebe voran. Nach der Schlacht von Waterloo wurde Deutschland 1815 auf dem Wiener Kongress neu aufgeteilt. Die Rheinische Region wurde Preußen zugesprochen. Da Frankreich seine Weine mit hohen Zöllen belegte, verfolgte Preußen das "Rotwein-Programm" und intensivierte seine Bemühungen.

In Walporzheim wurde eine staatliche Lehr- und Versuchsanstalt gegründet und im ehemaligen Kloster in Marienthal entstand eine Staatsdomäne. Diese Bemühungen und Unterstützung der Winzer führte dazu, dass heute 83% der Rebfläche rot bestockt sind.

 Peter J. König
Peter J. König:Seit wann existiert das Weingut, welche Familie steht dahinter, seit wie vielen Generationen wird bereits Wein angebaut und wer zeichnet heute für den Deutzerhof die Verantwortung und wer ist für die Herstellung der Weine zuständig?

Hans- Jörg Lüchau:  Das Weingut Deutzerhof gehört Hella Hehle, geb. Cossmann. Seit 12 Generationen betreibt die Familie Cossmann in Mayschoss Weinbau. Ihre Vorfahren gehören mit zu den Gründungsmitgliedern der 1868 gegründeten Winzergenossenschaft in Mayschoss, welches die älteste Winzergenossenschaft der Welt ist.

1952 trat Hellas Vater, der damals 25jährige Alfred Cossmann, aus der Genossenschaft aus und versuchte sich als einziges selbstständiges und selbstvermarktendes Weingut in Mayschoss. Das Stammhaus der Familie in der Dorfstraße besaß alle Möglichkeiten für die Verarbeitung und den Ausbau der Trauben. Mit seiner Frau Maria führte er eine kleine Pension. Neben Weinberg, Keller und Gästebewirtung wurden Nachts die verkauften Flaschen etikettiert und anderntags verladen.

 Mayschoß
1977 heiratete Hella, einziges Kind Ihrer Eltern, den Steuerfachmann Wolfgang Hehle. Zu Wein hatte dieser vorher keine große Beziehung. Er bevorzugte damals "Château Bitburger", wie er immer sagte. Bei jeder Gelegenheit versuchte Schwiegervater Alfred, den Wolfgang für den Weinanbau zu begeistern. Wolfgang Hehle und seine Frau Hella entschieden sich in das Familienweingut einzusteigen.

Die Weinbergsfläche wurde verdoppelt. Man achtete beim Kauf darauf, dass es sich um exzellente Lagen mit hohem Potential handelt. Alfred war der klassische Nachkriegswinzer. Erzkatholisch wurde alles geerntet, was der liebe Gott gegeben hat. Die Gärung wurde frühzeitig gestoppt, der Wein war leicht, hell und süß – entsprach dem Trend der Zeit. 

Da Wolfgang Hehle nicht aus einer "Winzer-Dynastie" entstammte, konnte er mit offenem Geiste an die Arbeit gehen. So schaute er auch über den Talrand hinaus Richtung Burgund. Dort wurde dieselbe Traubensorte angebaut, jedoch mit ganz anderen Ergebnissen. Der Pinot Noir/Spätburgunder aus dem Burgund war dunkel, kraftvoll und trocken….und viel teurer als der Wein im Ahrtal.

Wolfgang schaute etwas genauer auf die Arbeit der Winzer und entdeckte mehrere gravierende Unterschiede in der Arbeit der Winzer. Im Burgund wurden die Reben anders angeschnitten. Der Ertrag wurde schon durch den Rebschnitt reduziert, da nur wenig Fruchtruten wachsen konnten. In der Lese haben die Franzosen dann sogar unreife und faule Trauben aussortiert. Die Gärung wurde auch nicht gestoppt. Es war schwer, diese Bearbeitungsmethoden gegen seinen Schwiegervater durchzusetzen. Immerhin hatte Alfred den zweiten Weltkrieg erlebt und es schickte sich nicht, Trauben weg zu schmeißen. Wolfgang gelang es dennoch mit einer List.

Nach dem Herbst ging er alleine in den Weinberg und schnitt die Stöcke nach burgundischem Vorbild so stark zurück, dass nur wenig Fruchtruten sprießen konnten. Schwiegervater tobte, konnte aber nichts mehr an den Tatsachen ändern. In der Lese ließ Wolfgang Hehle unreife und faule Trauben rausschneiden. Er hatte jetzt Trauben bester Güte. Die Gärung ließ er langsam angehen und wartete 10 Tage bis die Hefen fertig waren. Beim behutsamen Keltern lief ein dunkler, kräftiger und trockener Spätburgunder aus der Presse. Eine tolle Qualität, aber viel weniger Wein als Alfred sonst immer hatte.

Die Kosten für die Produktion waren gleich und somit mussten die wenigen Flaschen, die Wolfgang füllen konnte, den selben Umsatz bringen. Die Flasche mit dem trockenen Wein wurde um einiges teurer. In zwei Jahren verlor das Weingut nahezu 40 % seiner Kundschaft, die Ihren gewohnten süßen Wein nicht mehr bekamen oder nicht bereit waren mehr Geld für eine Flasche Wein auszugeben. Dieses führte unweigerlich zu Diskussionen in der Familie.

Doch Wolfgang hatte nicht nur seine Frau sondern auch seine Schwiegermutter als Unterstützer. Das Stammhaus wurde zu klein. Die Mengen an Trauben konnten kaum noch verarbeitet werden und auch der Keller konnte nicht mehr die Mengen lagern. Die Familie entschied sich einen Aussiedlerhof zu bauen. Dieses neue Weingut nannten sie nicht mehr Weingut Cossmann-Hehle sondern "Weingut Deutzerhof".

Die Stilistik von Wolfgangs Weinen war ja ganz anders als die von Alfred und auch der Name Cossmann würde nicht weiter geführt werden. Der neue Namen beruht auf der Tatsache, dass auf dem Grund und Boden des neuen Weingut früher eine Außenstelle des Klosters zu Deutz (Köln) stand. Die Mönche produzierten hier Wein für das Mutterhaus.

1992 endlich gewann Wolfgang Hehle mit seinem Spätburgunder Caspar C. den VINUM Deutscher Rotweinpreis. Dieser Erfolg öffnete Ihm viele Türen und Märkte.

 Mönchberg
1994 wurde Wolfgang Hehle in den VDP aufgenommen und seit 1998 wird der Deutzerhof in der Liste der 100 besten Weingüter Deutschlands geführt. Der Gault&Millau bewertete Wolfgang zu Lebzeiten mit 4 von 5 Trauben, Eichelmann und Feinschmecker mit 3,5 von 5 Punkten. 2001 wurde ein Sommelier-Praktikant namens Hans-Jörg Lüchau eingestellt – ich.

Im ersten Jahr war ich hauptsächlich im Weinberg oder auf Präsentationen. Es war ein wunderbares Jahr! Soviel Natur war ich aus der Gastronomie gar nicht gewohnt. Es streichelte auch meine Seele, dass ich am Weinberg sehen konnte, was ich am Tag wirklich geschafft hab. Die Arbeit machte viel Spaß und es entstand ein freundschaftliches Verhältnis zu Wolfgang, Hella und deren Sohn Johann.

Aus dem Praktikum wurde eine Festanstellung und Wolfgang integrierte mich immer mehr in die Arbeiten bei der Traubenverarbeitung und im Keller. Ein Highlight für mich war immer das Zusammenstellen der verschiedenen Cuvées. Wolfgang hatte ein unglaubliches Gespür und eine gute Zunge, welches Fass zu welchem passt. Dabei war er auch für Vorschläge immer offen. Doch er kannte seinen Keller einfach zu gut. Ich kann mich noch genau an das Glücksgefühl erinnern, als Wolfgang das erste Mal einen Vorschlag von mir für ein Cuvée für die Füllung auswählte. Mit einem glücklichen und zufriedenen Lächeln sagte er nur: "Siehste, wir haben uns schon ganz gut angenähert!"

 ECK Steilage
2003 kam auch Johann Hehle in den Betrieb. Zusammen entwickelten wir Theorien und Vorgehensweisen, um Hella und Wolfgang von unseren neuen Ideen zu überzeugen. Opa Alfred unterstützte die Ambitionen von Johann und schenkte Ihm einen kleinen Weinberg in der Heimersheimer Landskrone. Hieraus entwickelte Johann den Pinot One, seinen ersten eigenen Spätburgunder.

2005 und 2007 wurden Johann Hehles Kinder, Leonard und Lara, geboren. Der Fortbestand scheint gesichert. Im Alter von 83 Jahren schlief Alfred Cossmann im Mai 2010 nach einem erfüllten Leben ein. Er sollte nicht mehr sehen, mit wieviel Schwierigkeiten wir in dem Jahr in der Lese zu kämpfen hatten. Regen und Fäulnis waren in jedem Weinberg vor uns da. Wieder nur eine sehr kleine Erntemenge, wie schon in 2009, aber qualitativ weit von 2009 entfernt. Und dann geschah im November auch noch das Unfassbare: Johann Hehle wurde nachts, beim Versuch ein Taxi anzuhalten, von dem Taxi überfahren.

Nach sechs Wochen im Wachkoma verstarb er. Es gibt keine Worte, um die nächsten Tage und Wochen im Weingut zu beschreiben. Der Betrieb musste ja weiter gehen. Wir Angestellten versuchten alles, um Hella und Wolfgang möglichst zu entlasten. Im Mai 2011 habe ich die Fremdprüfung zum Winzergesellen abgelegt und bestanden. Doch ich stieß mit den Weinen aus 2010 im Keller an meine Grenzen. Trotz der Trauer mussten wichtige grundlegende Entscheidungen von Wolfgang getroffen werden.

 ECK Tor zur Eifel
Nach der Kellerprobe beschlossen wir kein Großes Gewächs zu füllen, keinen reinen Frühburgunder Alpha & Omega, keinen Top-Riesling Catharina C. und auch keinen Alfred C. Portugieser aus alten Reben. Der Jahrgang gab es schlichtweg nicht her. Erschwerend war, dass 2009 so ein Überflieger-Jahr war. Aber die Basis aus 2010 musste den Vergleich bestehen und daher wurde rigoros runtergebrochen.

2012 bekam Wolfgang Hehle die Diagnose Krebs. Ich war zuversichtlich und hoffte, dass die Bestrahlung hilft. Im November 2012 meldete ich mich zum Kurs für den Winzermeister an. Wolfgang, Hella und ich waren der Meinung, dass dieses auf jeden Fall ein Imagegewinn für die weitere Arbeit ist und schaden sollte es sicher auch nicht.

Am 10. März 2013 hatten wir im Excelsior Hotel Ernst in Köln eine Präsentation. Wolfgang lag zu der Zeit schon in der Uni-Klinik. Ich hatte meinen Kollegen dabei und bin während der Präsentation zu Hella und Wolfgang ins Krankenhaus. Wolfgang war ansprechbar und hat sich gefreut. Natürlich haben wir nur über die Veranstaltung, die anstehende Füllung und bevorstehende ProWein gesprochen. Ich bin danach wieder ins Excelsior Ernst und habe meinen Kollegen abgeholt, als ich den Anruf von Hella bekam.

Sie war gefasst aber schockierte mich total mit der Aussage, dass Wolfgang bald stirbt und sie im Krankenhaus bleibt. Bis dahin hatten wir nie zuvor darüber geredet, dass Wolfgang den Kampf verlieren könnte. Zuhause konnte ich den Gedanken nicht ertragen, dass Wolfgang von uns geht und Hella Mutterseelenalleine daneben steht. Ich bin zu den beiden in die Uni-Klinik und habe mit Hella an Wolfgangs Bett gesessen. Morgens ging es in den Betrieb, abends wieder in die Uni-Klinik. Am Morgen des 14. März ist Wolfgang in unser beiden Armen eingeschlafen.

Carsten Henn hat einen ganz tollen Nachruf auf Wolfgang geschrieben und auch Herr Eichelmann hat sehr treffende Worte in seinem Führer gefunden. Der Gault&Millau hingegen hat dem Deutzerhof von 4 auf 3,5 Trauben kommentarlos zurück gestuft und die Worte des Mitgefühls von Rudolf Knoll waren leider unglücklich bis unpassend.

Mit 2017 habe ich, Hans-Jörg Lüchau, als Kellermeister bereits den fünften Jahrgang im Keller. Es war nicht leicht in so großen Schuhen laufen zu lernen. Es ist auch nicht alles glatt gegangen, ich habe Lehrgeld bezahlt. Mittlerweile bin ich Betriebsleiter und Kellermeister.

Hella lässt mir weitestgehend freie Hand und unterstütz mich. Bei Finanzen und Investitionen hat Sie natürlich das letzte Wort, aber es darf diskutiert werden. Herr Eichelmann hat mich letztes Jahr schon mit dem 4. Stern ausgezeichnet. Der neue Gault&Millau hat uns dieses Jahr auch die vierte Traube verliehen und im "neuen" Vinum Weinführer sind wir bei 3,5 von 5 Sternen. Es geht weiter. 

 Helga König
Helga König: Der Deutzerhof gehört zu den besten Weingütern Deutschlands und ist Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter, was bedeutet dies für das Gut, die Besonderheit, der Erzeugung der Weine und die Reputation im Speziellen? 

Hans- Jörg Lüchau:  Ich selbst empfinde höchsten Respekt gegenüber dem, was Wolfgang Hehle geleistet hat. 1989 hat er seinen ersten Caspar C. gefüllt. 1992 gewann er den Vinum Deutscher Rotweinpreis und er gehörte 1994 zu den Gründungsmitgliedern des VDP in der Sektion Ahr. Damals gab es nur vier Mitglieder in unserer Region. Daher schloss man sich dem Regionalverband Nahe an. Seitdem gibt es eine enge Zusammenarbeit und freundschaftliche Bindungen zwischen den Betrieben der Nahe und der Ahr. 

Ich meine 1997 oder 1998 wurde der Deutzerhof in die Liste der 100 besten Weingüter Deutschlands aufgenommen – eine Liste damals erstellt vom Handelsblatt. Eine enorme Lebensleistung und natürlich eine Verpflichtung für alle die danach kommen. Die Mitgliedschaft im VDP ist mir persönlich sehr wertvoll, da der Deutsche Wein (meist Riesling 😉) im Vordergrund steht und ständig an den Ideen zur Qualitätssteigerung und Imageverbesserung des Deutschen Weines gearbeitet wird. 

Es sind fast alle führenden Weingüter der Regionen Mitglied, die meisten davon waren oder sind Pioniere und Vordenker. Auf den vielen gemeinsamen Veranstaltungen gibt es regen Austausch zwischen den Mitgliedern und natürlich auch kontroverse Diskussionen. Qualitätssteigerung und Imageverbesserung sind die ganz großen Ziele, aber natürlich wird dieses in den verschiedenen Regionen differenziert gesehen – besonders wenn es an monetär aufwendige Erneuerungen geht. 

Der VDP ist kein Bienenschwarm mit Hilke Nagel als Königin oder besser Steffen Christmann als "König". Vielmehr muss der Verband versuchen die unterschiedlichen Winzer-Charaktere, Regionen, Gesetzesvorhaben und Entwicklungen zu koppeln und in ein bundesweites Konzept zu integrieren. Dieses macht der Verband schon seit über 100 Jahren sehr erfolgreich. 

Mitglied im VDP zu sein ist ein großer Image-Gewinn für jeden einzelnen und von jedem Einzelnen getragen. Ich bin überzeugt davon, dass wir Mitglieder zur Elite der deutschen Winzer gehören. Und damit geht natürlich auch eine große Verantwortung einher, da der Verband nur so gut ist, wie seine Mitglieder. Das "schwächste Glied" muss immer noch in der Region überdurchschnittliche Weine abliefern, muss sich überdurchschnittlich für Tradition und Ökologie interessieren. Niemand kann sich auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen, da jeder Jahrgang neu bewertet wird – und wir Winzer haben jedes Jahr nur eine Chance, nur einen Jahrgang, um unsere Qualität zu zeigen, uns zu verbessern. 

Qualität und Reputation geht für mich einher. Daher war es in den ersten Jahren auch extrem schwer für mich in den "großen Schuhen" von Wolfgang Hehle zu stehen und eigene Schritte zu wagen. Zum Glück waren viele Weingenießer überrascht, als Sie mit den Weinen aus 2013 meinen "ersten eigenen Jahrgang" verkosteten. So groß war der Unterschied zu den Qualitäten aus 2012 und Vorjahren gar nicht. Sie konnten nicht wissen, wie eng zusammen wir in den vergangenen Jahren bei der Weinbereitung gearbeitet haben. 

Eine gute Reputation bekommt man nur über gute Qualität, welche sich über Jahre verfolgen lässt. Ich habe den fünften Jahrgang im Keller und glaube mir meine eigene gute Reputation aufgebaut zu haben. Aber da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben. Ich will nicht "der Beste" werden, da dieses nach meiner Auffassung immer im Auge des Betrachters liegt. Meiner Meinung nach muss ich als Winzer auch authentisch und integer sein – auch das gehört zu einer guten Reputation. 

Ich bin mir der Tradition des Deutzerhof sehr bewusst und schätze diese, komme ich doch selber aus einem traditionsreichen Familienunternehmen. Tradition heißt für mich Wertschätzung des gelernten und erreichten, aber nicht Stillstand. Ich möchte mich in den traditionellen Wegen weiter entwickeln. Ich möchte gar keine neuen Önologischen Verfahren ausprobieren und herausfinden, ob mein Wein durch Wasserentzug dichter wird oder ob ich durch Holz-Chips-Einsatz größere Gewinne einfahren kann. Ich möchte aber jedes Jahr lernen, etwas besser mit den Wetterkapriolen umgehen zu können, den aktuellen Jahrgang zu verstehen.

Peter J. König:  Wieviel ha Rebfläche wird vom Deutzerhof kultiviert, welche Rebsorten werden hauptsächlich angebaut, welche besonderen Lagen gilt es zu erwähnen und welches Terroir ist dort vorhanden?

 Hans-Jörg Lüchau
Hans- Jörg Lüchau:  Der Deutzerhof bewirtschaftet heute 7,02 ha Rebfläche, welche sich über den gesamten Bereich des Anbaugebietes verteilt. Direkt "am Rhein" beginnen unsere Weinberge hinter Bad Bodendorf in der Gemeinde Heimersheim. Hier wächst seit 1992 unser Chardonnay, der Erste der überhaupt an der Ahr. Außerdem ernten wir hier den "Omega" unseres Frühburgunders, da dies das Ende des Ahrtales ist (Flussabwärts gesehen). 

In der Landskrone stehen zur Hälfte alte Spätburgunderanlagen doch die andere Hälfte wurde in den letzten fünf Jahren neu angepflanzt. Die Reben wachsen auf vulkanischen Böden mit Basalt, Lehm und Löss. In Neuenahr liegen Schieferley und Kirchtürmchen dicht beieinander. Unsere Anlage im Kirchtürmchen ist über 40 Jahre alt, mit den Spätburgunderklonen Stuber und Ritter bestockt. Die 1,2 ha große Rebfläche in der Schieferley haben wir 2008 erworben. Leider waren die Drahtanlagen sehr veraltet und die Gangbreiten nicht für den Direktzug geeignet. 

Inzwischen sind 75% der Fläche mit Spätburgunder neu bestockt. In dieser Gegend überzieht eine sehr dicke Lehmschicht den Schieferuntergrund. Im Ahrweiler Daubhaus haben wir auch eine 40 jährige Spätburgunderanlage mit Ritter. Hier wächst ein Großteil des Grundweines für Caspar C. Der Boden hat neben dem Schiefer noch etwas weißen Ton. Von hier aus springen wir nach Rech in den Herrenberg. Neben Frühburgunder haben wir hier auch alte Rieslinganlagen. In Mayschoss am Mönchberg stehen unsere ältesten Reben. Wie ein Amphitheater, ein riesiger Parabolspiegel, legt sich der Mönchberg um den Deutzerhof. Hier wächst Alfred C. unser Portugieser von 1927!! 

Wir haben ebenso alte Späburgunder- und Rieslinganlagen sowie 20 Jahre alte Frühburgunder. Mit der Geburt des ersten Enkels wurde 2005 pilzresistenter Regent in den Flachlagen um den Deutzerhof herum gepflanzt, um Spritzungen zu minimieren. Die Rieslinge am Laacherberg in Mayschoss stehen auf sehr kargen Schieferboden. Doch die prägnanteste unserer Lagen ist das ECK in Altenahr. Benannt nach der ehemaligen, mittelalterlichen Burg “Ekka“, deren Steine sich schon längst in den alten Weinbergsmauern wiederfinden. Das Tal ist sehr eng, 70 Meter nur haben Fluß und Bundesstrasse. Danach geht es steil terrassiert 400 Meter hoch bis zum Waldrand. Im Untergrund purer massiver Schiefer. Da drüber liegt nur eine dünne Schicht Humus, welche wieder über und über mit Schiefersplittern bedeckt ist. Dieses ist unsere kargste und mineralischte Lage. Rieslinge brachten in kalten Wintern herrliche Eisweine hervor und das Potential des GG vom Spätburgunder ist einfach GEIL!

Helga König: Damit unsere Leser noch besser informiert werden über den Deutzerhof, welche Philosophie des Weinmachens findet in den Weinen ihren Ausdruck, sowohl bei der Weinbergs- und Rebpflege, der Lese und der Verarbeitung im Keller?

Weingut Deutzerhof Cossmann-Hehle
Hans-Jörg Lüchau:  Unsere Verantwortung der Natur gegenüber ist enorm. Wolfgang Hehle war glühender Anhänger des Mondkalenders von Maria Thun. Nach Ihren Empfehlungen wurde gepflanzt, geschnitten, abgestochen, gefüllt, etc. Wir haben größtenteils ökologisch gearbeitet. Ich selber bin kein ganz so fanatischer Anhänger des Mondkalenders. Aufgrund der Wetterkapriolen ist es auch nicht einfacher für die ökologische Arbeit im Weinberg. 

Doch auch heute spritzen wir Schwefel und Backpulver. Es hilft! Es ist günstig! Es schont die Umwelt! Wenn das Wetter sich aber von seiner schlechten Seite zeigt, kann ich zur Not mit konventionellen Mitteln reagieren. So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Im Keller arbeiten wir auch nach diesem Prinzip. Damit die Maische- und Weinpumpen viele Jahre halten, schonen wir sie so viel wie möglich. Spaß beiseite, die GG’s werden tatsächlich mit Eimern in den Gärbottich oder den Kelter geschöpft. Ich denke, dass diese schonende Methode sich positiv auswirkt. Im Keller wird nur noch Abgestochen (hier mit Pumpe) und der Schwefel wird schon fast nach Ökovorgaben dezent hinzugefügt. Die Arbeit muss im Weinberg gemacht werden. Zum richtigen Zeitpunkt. So entsteht Qualität. Das war es!  

 Peter J. König
Peter J. König: 
Die Richtlinien im VDP. geben ja eine eigene Klassifizierung der erzeugten Weine vor, welche sind dies und wie zeigt sich dies bei den verschiedenen Lagen im Deutzerhof?

Hans-Jörg Lüchau: Die Qualitätspyramide des VDP beginnt mit dem Gutswein. Keine Geschmackskorridore, keine Sortenbeschränkung, keine Lagenbeschränkung. Als nächste Stufe kommt der Ortswein. Keine Geschmackskorridore, keine Sortenbeschränkung aber Sortenrein, keine Lagenbeschränkung aber aus den Ortslagen. Darüber liegt die erste Lage. 

Aufgrund unserer Größe von nur 564 ha haben sich die Mitglieder des VDP. Ahr dazu entschlossen, die Erste Lage komplett auszulassen und nur die Große Lage zu unterscheiden. Das Große Gewächs ist 100% sortenrein. An der Ahr sind Rotweine aus Spätburgunder oder Frühburgunder zugelassen. Der Geschmackskorridor bezieht sich auf Weine, die gesetzlich trocken sind. Auch ein außergewöhnlich guter edelsüßer Riesling kann den Status des GG erreichen. 

In 16 Einzellagen aus ausgewiesenen Parzellen (VDP. Lagendigitalisierung) können Trauben für die Großen Gewächse produziert werden. Über die vom VDP festgelegte Erntehöchstmenge von 50hl/ha schmunzelt an der Ahr jedes Mitglied, da unsere Erträge zwischen 20 und 25 hl/ha liegen. Zwischen 16 und 20 Monaten reifen die Weine in ausgesuchten Barriques besonderer Tonnellerien aus Burgund. Nach der Füllung und vor dem Verkaufsstart am 1. September des zweiten Jahres nach der Lese werden die Weine in einer Bildprobe auf "Herz und Nieren" geprüft. An der Ahr macht das nicht eine kleine Gruppe der Mitglieder im stillen Kämmerlein. Neben allen Mitgliedern des VDP. Ahr werden auch außenstehende Kompetenzen wie Hans Stefan Steinheuer (Sterne-Koch), Alexander Kohnen (International Wine Institute), Michael Schmidt (jancis.robinson.com) oder Romana Echensperger (MW) zu dieser Verkostung eingeladen. 

Aufgrund der langen Tradition des Deutzerhof war es nicht einfach, die Qualitätspyramide schnell umzusetzen. Die Sortencuvée wie Toujours Rosé und Légère Rot sind Gutsweine. Wir haben auch Gutsriesling und Cossmann-Hehle auf den Mayschosser Riesling und Mayschosser Spätburgunder umgestellt. Mir fällt es aber extrem schwer, unser Flaggschiff "Caspar C." wegfallen zu lassen, da es nicht in die Pyramide passt. 

Es handelt sich seit jeher um ein Rebsortenreines Lagencuvée, welches sich die Vorteile der unterschiedlichen Lagen zu Nutze macht und deshalb ein sehr teurer "Gutswein" ist. So klein unser Anbaugebiet auch ist, umso imposanter ist die vorhandene Vielfalt. Dieses zeigt sich in meinen Großen Gewächsen. Ein jedes spiegelt das Terroir der jeweiligen Lage wieder. So strotzt das KIRCHTÜRMCHEN vor Kraft und Opulenz, bedingt durch die dicke Lehmschicht auf dem Schiefer. Der MÖNCHBERG ist schon etwas mineralischer. Seine Steillagen bestehen aus Schiefer und einem Hauch Lehm. Hierdurch entwickelt der Wein Kraft, Mineralität und das gepaart mit einem Hauch Wärme. Eine ganz eigene Klasse bildet das ECK. Durch massiven Schiefer geprägt, entwickelt sich hier einer der mineralischten Spätburgunder der Ahr. In jungen Jahren fast anstrengend zu verkosten hat dieser Wein ein unglaubliches Potential!

 Helga König
Helga König: 
Unsere Leser möchten auch immer gerne wissen, wie das Weingut selbst seine Weine qualifiziert, was gibt es dazu zu sagen?

Hans Jörg Lüchau: Grundsätzlich alle unsere Weine vergären mit den natürlichen Hefen des Weinbergs, bzw. mit den Hefestämmen, die sich in den letzten Jahren im Weingut daraus gebildet haben. Selbst in schwierigen Jahren nehmen wir keine Reinzuchthefe. Warum? Ich habe von Wolfgang gelernt, dass die Weine einzigartiger werden und mehr Charakter entwickeln. Sie sind einzigartiger. Unsere Rieslinge unterteilen sich in den Ortswein und in die "Alten Reben". Der Mayschosser Riesling ist ein Freund der Terrasse, des Sommers, aber er hat auch Kraft und Saft ein gutes Fischgericht zu begleiten. Für unseren Riesling "Catharina C." nehmen wir nur in besten Jahren die alten Reben. Hier lassen wir die Trauben nach dem Abbeeren auch schon mal einen Tag stehen, bevor der Most "erpresst" wird. Dieser Riesling ist kraftvoll, mineralisch und hat Potential. 

Beim Rosé machen wir dieses Jahr zum ersten Mal einen Spätburgunder Blanc-de-Noir. In 2017 hatten die Trauben so viel Saft, das eine Konzentration durch viel Saftabzug notwendig war (Die einzige mir erlaubte Art der Konzentration). Auch der Toujours Rosé entsteht auf diese Weise, aber der Saft von Spät- und Frühburgunder wird erst einen Tag später abgezogen. Dadurch hat er einen Hauch mehr rosé in der Farbe und etwas mehr Kraft von Kernen und Schalen. Unser Top-Rosé ist aber der Saumon de l’Ahr, ein Saftabzug der Großen Gewächse. Dieser lachsfarbene kräftige Rosé hat bedingt durch die Qualität und Reife der Trauben oft 13,0 oder 13,5 % natürlichen und nicht angereicherten Alkohol.Wir machen einen Rosé der auch auf der Flasche reifen kann. In jungen Jahren ist er kraftvoll und frisch, doch nach zwei, drei Jahren geht die Säure zurück und der kräftige Schmelz des Spätburgunders kommt durch. Warm und im schwarzen Glas serviert, schmeckt es nach einem leichten Rotwein. Bei 14°C gekühlt ist dieser Wein ein Genuss zum Lachs, der Schmelz passt aber auch zu orientalischen Speisen mit vielen Gewürzen und Kräutern. 

Beim Rotwein beginnen wir mit dem Légère Cuvée Rot als Gutswein. Ein feiner leichter Roter, auf den nicht extra zugekocht werden muß sondern der sich unauffällig anpasst. Leicht gekühlt im Sommer ideal zum Grillen oder auch zu Pizza und Pasta. 

Der Mayschosser Spätburgunder ist meine Interpretation des typischen Ahrburgunders – der Paarung aus Pinot Noir und Schiefer. Hierfür extra nur im großen alten 1200 Liter Fass ausgebaut, damit das Holz nicht zu starken Einfluss auf Säure, Frucht und Mineralität nimmt. Die Trauben des "Balthasar C." sind da schon etwas hochwertiger und ausgereifter. In den meisten Jahren tuschieren wir die Grenze zur Auslese, welche an der Ahr bei 90° Oechsle liegt. Durch einen kleinen Saftabzug für den Toujours Rosé kommt es zu einer leichten Konzentration des Weines. Doch ist dieser Wein für mein Gefühl nicht kräftig genug, um neues Barrique zu ertragen. So reift der Balthasar C. meist in gebrauchten Fässern, die drei, vier oder gar fünf Jahre alt sind. Hierdurch entsteht eine feine Balance von Frucht, Holz und Säure. 

Deutlich über 90° Oechsle befinden sich meistens die voll ausgereiften Trauben für "Caspar C." Auch hier ist ein Saftabzug dienlich – für „Caspar C.“ und auch für den Toujours. Dieser Wein ist schon etwas kräftiger und somit gehören auch schon ein paar neue Fässer mit zu diesem Wein. Durch den höheren Holzeinsatz verschiebt sich aber auch die Trinkreife ein wenig nach hinten. "Caspar C." sollte man mindestens 3 Jahre auf der Flasche reifen lassen. 

Die Großen Gewächse werden alle mit der gleichen Fürsorge und Liebe hergestellt. Die Vinifikation ist gleich. Wenn die Trauben es hergeben, wird ein kleiner Saftabzug für den Saumon de l’Ahr gemacht. Das funktioniert natürlich nur in Jahren, in denen die Trauben auch genügend Saft haben. Aus den Jahren 2003 oder 2006 gibt es keinen Saumon, denn wo kein Saft ist kann auch keiner abgezogen werden.Nach drei Tagen Kaltmazeration werden die Trauben im Maischetank aus Eichenholz vergoren. Nach 14 Tagen sind die Hefen mit der Umwandlung des Zuckers in Alkohol fertig. Doch bevor ich keltere, warte ich noch ein paar Tage. Danach lege ich die Weine in neue Barriques. Ich arbeite mit zwei Tonnellerien im Burgund zusammen, deren Fässer die Charaktereigenschaften der einzelnen Weinberge auch noch unterstreichen. Sie sind wie Kinder, jedes individuell und doch mit der gleichen Liebe gemacht! 


Peter J. König: Auch möchten unsere Lesere gerne wissen, wie die vorgestellten Weine zu beziehen sind, gibt es etwa einen Online-Shop oder die Möglichkeit per Fax oder Telefon zu bestellen?

 Hans Jörg Lüchau
Hans Jörg Lüchau: Unsere Weine können bei einigen Fachhändlern und Gastronomen und natürlich im Weingut ab Hof bezogen werden. Über unsere Homepage (www.deutzerhof.de) kommen Sie zum Online-Shop und können somit bequem von zuhause aus bestellen oder Sie rufen uns an (02643-7264). Am liebsten ist es uns aber, wenn sich unsere Kunden selber vom Ahrtal, den steilen Weinbergen und unseren Weinen vor Ort überzeugen. Das Panorama ist beeindruckend und wird oft als pittoresk und wild-romantisch beschrieben – zu Recht! Unsere Kernöffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 10:00 bis 12:00 uns 13:00 bis 17:00 Uhr sowie samstags von 10:00 bis 16:00 Uhr. 

Helga König: Nichts ist so authentisch wie die Weine dort zu probieren wo sie gewachsen sind und erzeugt wurden, gibt es die Chance sie bei einer Weinprobe oder bei sonstigen Events im Gut zu verkosten oder sie bei deutschlandweiten Präsentationen kennenzulernen, etwa auf der „Prowein“ in Düsseldorf oder der Vorstellung des Neuen Jahrgangs vom VDP. in Mainz?

 Weingut Deutzerhof Cossmann-Hehle
Hans-Jörg Lüchau: Für das Fachpublikum stehen wir natürlich auch auf der ProWein oder der Mainzer Weinbörse zur Verfügung. Den Endverbraucher begrüßen wir gerne im Weingut. Sei es zu den normalen Öffnungszeiten oder zu einer der vielen Veranstaltungen, für die wir auf unserer Homepage werben. Neben vier offenen Weinproben im Jahr laden wir an Himmelfahrt zur Jahrgangspräsentation ein. 

Bei "Pinot on Slate" präsentieren wir 6 Winzer des VDP.Ahr im August unsere besten Tropfen zu Gaumenreizen von Sterne-Koch Hans Stefan Steinheuer. Der Deutzerhof ist auch einer der Initiatoren des modernen Weinfestes "Next Generation" im August in Mayschoss. Hinzu kommen die vielen Veranstaltungen wie VDP.Heimspiel, VDP.GG-Präsentation im September im Berlin, Präsentationen des Ahrwein e.V. und diverse Weinvorstellungen bei Händlern sowie Menüabende bei oder mit unseren gastronomischen Partnern im In- uns Ausland. 

Helga König: Natürlich ist die Liste der Prämierungen eines solchen Spitzenweingutes wie dem Deutzerhof besonders lang, welche Auszeichnungen gilt es hier herausragend zu erwähnen, national wie international, und welche Bewertungen haben die renommierten Weinführer dem Gut gegeben?

Hans-Jörg Lüchau:  Fast die gesamte Produktion wird in Deutschland vermarktet. Wir produzieren nur 35.000 bis 37.000 Flaschen pro Jahr und der Export liegt unter 5%. Daher haben wir uns nie um internationale Wettbewerbe bemüht. Unsere Stilistik war früher auch nicht für Wettbewerbe geeignet. Meistens konnten die sehr jungen, kraftvollen und opulenten Weine von Wolfgang nicht mit feingliedrigen Mitbewerbern mithalten. Dafür haben wir die Reputation bekommen, dass unsere Weine eine tolle Haltbarkeit haben. Mit dem einem oder anderen Großen Gewächs war ich schon in Finalrunden beim Rotweinpreis oder anderen Wettbewerben, aber zu einer Preisverleihung bin ich noch nicht eingeladen worden 😊. 

Der Saumon de l’Ahr wurde schon mal von Vinum als bester deutscher Rosé erwähnt, aber richtig dokumentiert kann ich nur die Weinführer runter beten: 

Eichelmann, seit 2016 4 Punkte 

Gaul&Millau, seit 2017 4 Sterne (2017 neue Verkoster) 

VinumWeinFührer 3,5 Traube (letztes Jahr noch als Gault&Millau) 
(Die Herren Payne, Henn und Knoll haben 2013 im Sterbejahr von Wolfgang kommentarlos im Gault&Millau auf 3,5 Trauben runter gestuft – trotz bester Weinpunkte an der Ahr)

Feinschmecker seit 2017 3 Trauben (Kommentar: schwächelnde Kollektion) 

Natürlich streicheln die Ergebnisse der letzten Jahre ein wenig meine kleine Winzerseele, aber über "schmeckt" oder "schmeckt nicht" entscheiden in Endeffekt nicht die Kritiker, sondern immer noch der Kunde am Glas!

Lieber Hans Jörg Lüchau, wir danken Ihnen für das aufschlussreiche Gespräch

Ihre Helga König, Ihr Peter J. König

 Weingut Deutzerhof Cossmann-Hehle
Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Weingut Deutzerhof Cossmann-Hehle und können dort den Wein bestellen. www.deutzerhof.de 

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