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Peter J.König und Helga König im Gespräch mit Franz-Josef Appel, Verkaufskeiter und Pächter vom Weingut Kloster Marienthal

Lieber Herr Appel vor geraumer Zeit haben wir auf "Buch, Kultur und Lifestyle" drei Ihrer Weine vorgestellt. Heute möchten wir das Weingut "Kloster Marienthal" und Ihre Weine vorstellen.


Helga König: Wo genau befindet sich Ihr Weingut?

 Franz- Josef Appel
Franz- Josef Appel: Marienthal, und damit unser Weingut liegt genau zwischen den kleinen Orten Walporzheim und Dernau. Direkt am berühmten Rotweinwanderweg, von dem übrigens eine Treppe in unseren schönen Klostergarten führt. Verkehrstechnisch sind wir über die A 61 sowohl aus Richtung Koblenz wie auch aus Richtung Köln leicht zu erreichen.

Peter J. König: Können Sie den Lesern etwas zur Geschichte des Weinguts Kloster Marienthal und dem wunderbaren Ambiente dort erzählen?

Franz-Josef Appel: Haben Sie Zeit? Nein, wirklich, das ist nicht sehr schnell erzählt. Wir haben nämlich erst im letzten Jahr nach sehr wechselvoller Geschichte unser 875-jähriges Bestehen gefeiert. Für Sie der Schnelldurchlauf: Gegründet wurde es im Jahr 1137 als Augustinerrinnenkloster. Nach der Säkularisierung Ende des 18. Jahrhunderts wechselten die Besitzer sehr häufig, bis 1925 der damalige Staat Preußen eine staatliche Weinbaudomäne gründete, die nach dem 2. Weltkrieg als Staatsdomäne des Landes RLP bis 2004 ihre Fortführung fand. Das Land veräußerte 2004 das Objekt mit der dazugehörigen Weinbaufläche an die Weingut Kloster Marienthal KG, die heute als Erzeugerweingut das Sagen hat. Diese im positiven gesagte „Viererbande“ sind zum einen die beiden großen Genossenschaften Dagernova und Mayschoß-Altenahr und die beiden Privatweingüter Brogsitter und Meyer-Näkel. 


Helga König: Welches Terroir besitzen Ihre Weinberge und welche Rebsorten bauen Sie hauptsächlich an?

Franz- Josef Appel: Wir haben ein stark vom Schiefer geprägtes Terroir, wie es in den meisten Weinbergen der Ahr vorkommt. Der Rebsortenspiegel entspricht in etwa dem der Gesamtahr. D.h., in der Hauptsache Spätburgunder, aber auch Frühburgunder. In unserem weißen Cuvee verbirgt sich zum Großteil Riesling. Ergänzt wird dieser durch Weiß- und Grauburgunder.

Peter J. König: Wie viel Wein wird von Ihnen produziert und in welchem Verhältnis stehen die einzelnen Rebsorten zueinander?

Franz- Josef Appel: Derzeit wird auf ca. sechs Hektar Rebfläche für das Weingut angebaut. Wie bereits erwähnt, produzieren wir nur einen weißen und einen roten Cuvee sowie einen Frühburgunder. Das restliche Sortiment besteht aus Spätburgunderweinen unterschiedlicher Qualitätsstufen. Ich muss hinzufügen, dass wir in diesem (2012er) Jahrgang erstmalig einen Blanc de Noir vom Spätburgunder ausgebaut haben, den wir allerdings nur im Ausschank haben.

Helga König: Neben Ihren exzellenten Weinen sind es die Veranstaltungen, die bei Ihnen stattfinden und sehr beliebt sind. Können Sie uns dazu etwas berichten?

Franz-Josef Appel: Tatsächlich hat sich das Weingut zu einem internationalen Treffpunkt für die Musikszene entwickelt. Künstler wie Klaus Doldinger, Gruppen aus Irland oder Frankreich, aber auch regionale Größen wie die Höhner aus „Kölle“, Konrad Beikircher und viele andere geben sich hier die Klinke in die Hand. Hinzu kommen natürlich die eigenen Klassiker wie unsere Jahrespräsentation – übrigens bald, nämlich am 16. Juni – oder unser WEIN-NACHTS-MARKT Ende November. Mit zwei Kollegen (Weingut Paul Schumacher und Weingut Klosterhof aus Marienthal) veranstalten wir auch noch ein eigenes Wein-Kultur-Festival, welches immer am ersten Wochenende im August stattfindet.

Peter J. König: Kommen Ihre Gäste hauptsächlich aus dem näheren Umfeld oder ist „ Kloster Marienthal“ ein Geheimtipp für die Menschen aus Köln, Bonn und Koblenz?

Franz- Josef Appel:  (lacht) Nein, ein Geheimtipp ist es Gott sei Dank nicht. Mittlerweile sind wir durchaus über die Grenzen des Rheinlandes bekannt. Die Nähe zu den BeNeLux-Staaten und natürlich deren guter Geschmack und Reisefreudigkeit bescheren uns immer häufiger Gäste aus dieser Ecke Europas. Auch unsere Nachbarn auch Frankreich haben mittlerweile registriert, dass es an der Ahr gute und bezahlbare Weine gibt.  

Helga König: Da Ihre Weinerzeugnisse nicht komplett im Klosterverkauf vermarktet werden, ist es interessant zu erfahren, wo Ihre Weine ansonsten ihre Liebhaber finden?

Franz- Josef Appel:  Tatsächlich ist es so, dass wir den allergrößten Anteil direkt vermarkten können und eigentlich nicht auf den Handel angewiesen sind. Allerdings unterstützen uns unsere vier Partner auch beim Abverkauf in Ihren Niederlassungen bei Weinen, die in – verhältnismäßig – großen Mengen produziert werden. Für den Cuvee Blanc, unseren Frühburgunder oder auch den Spätburgunder „Der ABT“ müssen sich die Weinfreude allerdings zu uns bemühen. Aber natürlich versenden wir auch. 

Peter J. König: Modernste Kellertechnik in historischen Gewölben ist allein schon ein Grund, den Weinfreund neugierig zu machen. Wie ist dieses Konzept entstanden?

Franz- Josef Appel:  Als das Staatsweingut seinerzeit zum Verkauf stand, gab es Interessenten aus Russland, Übersee und sogar Japan. Es ist ein Segen, dass sich schließlich die jetzigen Besitzer zusammen geschlossen und diese historische Weingut übernommen haben. Danach war es in dieser Gemeinschaft nur ein kleiner Gedankenschritt zu einem modernen Weingut. 

Helga König: Trotz großzügiger Räumlichkeiten sind die Besucher interessiert, auch eine individuelle Veranstaltung zu genießen. Welche Vorschläge können Sie diesen Personen unterbreiten? 

Franz -Josef Appel:  So vielfältig wie das Ahrtal sind auch die Wünsche unserer Gäste, auf die wir gerne eingehen. Wir sind zu (fast) jeder „Schandtat“ bereit. Aber im Ernst, neben der klassischen Weinprobe im kleinen Kreis organisieren wir auch geführte Wanderungen, Betriebsfeiern, Hochzeiten und sonstige Familienfeierlichkeiten, die auf die besonderen Wünsche unseres Publikums abgestimmt sind. Ein Tipp: probieren Sie uns (aus) 

Peter J. König: Die Menschen im Rhein-Main-Gebiet sind es gewohnt, wenn sie eine Weingegend besuchen wollen, in den Rheingau zu fahren. Was können Sie diesen Menschen erzählen, dass es sich ebenso lohnt, einmal einen Ausflug ins Weingut „Kloster Marienthal“ zu unternehmen? 


Franz- Josef Appel:  Einfach mal was Neues ausprobieren und über den Tellerrand hinausgehen. Wenn sie einmal in unserem Garten sitzen und zum Wildschweinflammkuchen unseren Mönch oder Frühburgunder genießen, spätestens dann meldet sich das schlechte Gewissen, dass nicht schon früher einmal „gewagt“ zu haben. Aber wer möchte das schon. Ich wiederhole es gerne: Probieren Sie uns (aus). Ich bin davon überzeugt, dass es niemand bereuen wird. Und damit meine ich nicht nur das Kloster Marienthal, sondern die gesamte Region. Die Zeiten des alten Liedes, ich zitiere 
"Und wer an der Ahr war 
Und weiß, dass er da war, 
der war nicht an der Ahr" 
sind Gott sei Dank schon ein Weilchen her.

Lieber Herr Appel,  herzlichen Dank für das aufschlussreiche Interview. Es ist frisch und humorvoll.

Peter J. König, Helga König

Bitte klicken Sie auf den  Link, dann gelangen Sie zum Weingut " Kloster Marienthal"
http://www.weingut-kloster-marienthal.de/



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