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Peter J. und Helga König im Gespräch mit Rainer Schneider, Weingut Karl Stein, Oberhausen/ Nahe

Lieber Herr Schneider, wir haben dieser Tage drei Weine aus dem Weingut  Karl Stein auf "Buch, Kultur und Lifestyle" vorgestellt.  Sie und Ihre Mutter Edith Schneider betreiben dieses Weingut. Deshalb möchten wir heute einige Fragen an Sie richten.

Hier der Link zu den Weinbesprechungen: http://helga-koenig-wein.blogspot.de/2015/01/rezension-drei-weine-aus-dem-weingut.html


Helga König: Um unsere Leser zu informieren, beschreiben Sie doch bitte einmal, wo das Weingut Karl Stein an der Nahe zu finden ist? 


Rainer Schneider
Weingut Karl Stein
Rainer Schneider: Die Weinberge vom Weingut Stein liegen in Oberhausen an der mittleren Nahe, 14 km westlich von Bad Kreuznach, landschaftlich sehr schön über dem Fluss, der in einen Stausee übergeht und vom Lemberg eingerahmt wird. 

Peter J. König:  Was gibt es grundsätzlich zu den Naheweinen zu sagen und was im Speziellen zu den Weinen aus Ihrem Gut, im Hinblick auf die angebauten Rebsorten? 

Rainer Schneider: Die Nahe ist ein Allrounder unter den deutschen Weinanbaugebieten. Die Bandbreite zwischen der unteren und oberen Nahe geht von ausgewogenen Rotweinen und cremigen Burgunderweinen bis zu feingliedrigen, eleganten, mineralischen Rieslingweinen. An der mittleren Nahe liegt das Hauptaugenmerk der Winzer auf der Rebsorte Riesling, so auch in unserem Betrieb. Die Weine vom Weingut Stein sind elegant und weniger üppig. Sie werden oft als würzig und mineralisch beschrieben und weisen in der Regel klare Fruchtaromen und eine feingliedrige, verspielte Säure auf. 

Helga König: Wie lange wird im "Weingut Karl Stein" Weinbau betrieben und welche Entwicklung hat es bis heute genommen?

Rainer Schneider: Weinbau wird in der Familie Stein seit 1801 betrieben. Mein Großvater Karl Stein begann in den 50 er Jahren das Weingut auszubauen, so dass es zum Haupterwerb unserer Familie wurde. Er gründete ebenfalls eine kleine Sektkellerei, die wir heute mit Freude vorantreiben. 

Peter J. König: Wie groß ist die Rebfläche des Gutes?

Rainer Schneider: Unsere  Reb-fläche beläuft sich auf 12 ha, wo-von sich ein knappes Drittel im Steilhang befindet. 

Helga König: Terroir ist absolut prägend für einen guten Wein, welche Voraussetzungen gibt es diesbezüglich in Ihren Weinbergen?

Rainer Schneider: Durch die Topographie liegen unsere Weinberge teilweise 200 Höhenmeter auseinander. Steile Weinberge auf Felsen, meist in Flussnähe und nach Süden ausgerichtet, eignen sich hervorragend für die Herstellung von hochwertigen, trockenen Lagenweinen und Prädikatsweinen. Höher gelegene, windoffene Weinberge bringen durch eine langsamere Reife hingegen ideale Voraussetzungen für die Produktion von Sektgrundweinen mit. Wirklich spannend ist die Vielzahl an unterschiedlichen Bodentypen, die alle Einfluss auf die Charakteristik und Finesse der Weine nehmen. In Oberhausen gibt es drei Seitentäler der Nahe, die ca. 300 m Luftlinie auseinanderliegen und in den Südhängen mit Weinreben bestockt sind. Im südlichen Seitental, dem Oberhäuser Leistenberg, stehen die Reben in einem weißgrauen Schieferboden. Im mittleren Seitental, dem Oberhäuser Kieselberg wächst der Wein auf einem kargen, sandigen Lehmboden, gespikt und durchsetzt mit Sandstein und unzähligen Kieselsteinchen. Im nördlichen Seitental, dem Oberhäuser Felsenberg stehen die Reben auf vulkanischem Fels. Es ist spannend zu verfolgen, dass trotz der räumlichen Nähe, die verschiedenen Böden und Gesteine, gerade beim Riesling, großen Einfluss auf die Ausprägung der Weine nehmen. 

Peter J. König:  Heutzutage hat jedes Weingut seine eigene Philosophie beim Weinmachen, welche besonderen Akzente werden bei Ihnen gesetzt, bezüglich Weinbergspflege, Traubenlese und Kellerwirtschaft? 

Rainer Schneider: Grundsätzlich ist zu sagen, dass man mit schönen und gesunden Trauben bei gewissenhafter Arbeit auch schöne Weine macht. Wir wollen aussagekräftige, originelle Weine und Sekte herstellen, deren Herkunft und Prägung durch das vielschichtige Terroir der Weinberge aufgrund eines schonenden Weinausbaus erhalten und nicht verwischt wird. Wir überlegen stetig, was wir verbessern können. Da gibt es sicherlich viele Dinge in vielen Bereichen. 

Helga König: Naheweine waren früher eher eingeweihten Kennern bekannt, dies hat sich mittlerweile geändert, worauf ist dies hauptsächlich zurück zu führen?

Rainer Schneider: Qualität setzt sich durch :) . 

Peter J. König:  Um noch einmal auf Ihre Rebsorten zu kommen, welche sind dies und welchen besonderen Augenmerk legen Sie in Bezug auf den Ausbau Ihrer Weine?

Rainer Schneider:Wir haben mit 65 % vom Rebsortenspiegel hauptsächlich Riesling im Anbau, 20 % Weiß- und Grauburgunder, 15 % Silvaner, Gewürztraminer und Müller-Thurgau. Bis auf einige Burgunder, die in kleinen Eichenholzfässern ausgebaut werden, vergären alle Weine im Edelstahl.

Helga König: Beziehen, neben der deutschlandweiten Vermarktung, auch Kunden aus dem benachbarten Ausland Ihre Weine?

Rainer Schneider: Ja, aber in verhältnismäßig geringem Umfang. 

Peter J. König:  Ist es möglich, im Weingut Karl Stein die Weine direkt zu verkosten und gibt es bei Ihnen auch Veranstaltungen?

Rainer Schneider: Ja, am besten nach telefonischer Vorankündigung. In aller Regel ist zwischen 9 und 18 Uhr immer jemand anzutreffen. Wir veranstalten immer am ersten Sonntag nach Pfingsten (31. Mai 2015) unsere jährliche Jahrgangspräsentation, wo in lockerer Atmosphäre alle neuen Weine und Sekte probiert werden können. Hierzu ist jeder gerne eingeladen.

Lieber Herr Schneider, wir danken Ihnen für das aufschlussreiche Interview

Ihre Helga König, Ihr Peter J. König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Weingut Karl  Stein und können dort Weine bestellen. www.steinwein.de




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