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Helga König im Gespräch mit Dr. Beate Forsbach über das Buch "Neubeginn & Meer(h)r"

Liebe Dr. Beate Forsbach, dieser Tage habe ich Ihr Buch "Neubeginn & Meer(h)r" rezensiert. Dazu möchte ich Ihnen heute einige Fragen stellen. 


Helga König: Das Buch „Neubeginn & Meer(h)r“ ist eine Jubiläumsedition. Soll dieses Buch als Dankeschön an Ihre Leser verstanden werden oder eher als Motivation für potentielle Leser, sich mit Ihren Büchern vertraut zu machen? 

 Dr. Beate Forsbach
Dr. Beate Forsbach:  In Bezug auf die Leser gilt beides: Dankeschön an meine treuen Fans und eine Motivation zum weiteren Lesen. Meine Jubiläumsedition ist aber auch ein Dankeschön an alle, die beim Aufbau meines Verlages beteiligt waren und sind: Autoren, Buchcoaching-Kunden, Seminarteilnehmer, Mitarbeiter, Rechtsanwälte, Finanz- und Steuerberater, Kooperationspartner in den Druckereien und der Verlagsauslieferung, Presse, Buchhandlungen – um nur einige zu nennen. Es ist aber auch ein Dankeschön an meine Freunde, Bekannten und Wegbegleiter, die sich oft genug meine Erzählungen über die Verlagsarbeit anhören müssen, die mit mir über anstehende Fragen diskutieren, die mich unterstützen, wenn es mal nicht so recht weitergehen will, die mich auch mal kritisieren und die mich oft motivieren, die mich liebevoll und wohlwollend unterstützen, so verrückt manche Ideen auch für andere sein mögen. Mit diesem Jubiläumsbuch möchte ich auch darauf aufmerksam machen, dass ein Verlag niemals das Werk einer einzigen Person ist, sondern ein höchst lebendiges Unternehmen, bei dem viele Menschen mitwirken. 

Viele kleinere Verlage werden erst gar nicht 5 Jahre alt, weil die Gründer manchmal an den entstehenden Problemen verzweifeln oder insolvent werden. Ich habe ja auch geschrieben, dass man sich immer wieder von Mitarbeitern, Kooperationspartnern und schlechten Beratern trennen muss, wenn der Verlag wachsen und gedeihen soll. Und mit diesem Buch möchte ich nun auf die "glückliche" Anzahl von 5 Jahren Verlagsgeschichte aufmerksam machen. 

 Helga König
Helga König: Was bedeutet Ihnen Musik und hat sich durch Ihren Beruf als Musikpädagogin Ihre Haltung zur Musik verändert? 

Dr. Beate Forsbach:  Ich will mal anders herum beginnen – am Himmelfahrtstag 2014 wurde während des Gottesdienstes am Strand gefragt: Was bedeutet der Himmel für Dich? Ich antwortete: Für mich bedeutet er Freiheit, Liebe, Grenzenlosigkeit – und Musik. Für mich ist Musik ein Lebenselixier, etwas ganz Wichtiges für schöne, aber auch für traurige und schwierige Zeiten. Wer Musik liebt, kann nicht hassen, Musik tröstet und erfreut die Seele, Musik gibt Ruhe und Frieden, Hoffnung und Zuversicht. Schon ein kleines Lied, eine einfache Melodie kann die Menschen zum Lächeln anstiften. Ich wollte Musikpädagogin werden, um Kindern und Jugendlichen den Zugang zur Musik zu erschließen und ihnen zu ermöglichen, dass Musik einen wichtigen Stellenwert in ihrem Leben bekommt. Meine Haltung zur Musik ist durch meinen Beruf eher noch intensiver geworden. Durch den Umgang mit den Schülern wurde mir die Wirkung der Musik auf den Menschen noch bewusster. Denn ich habe nicht Musik, sondern Schüler unterrichtet. Das war und ist meine Grundüberzeugung. 

Helga König: Sie schreiben, dass Sie praktisch-musikalischer Arbeit einen hohen Stellenwert in Schulen einräumen. Was raten Sie Musiklehrern an weiterführenden Schulen? 

Dr. Beate Forsbach: Vor allem: fächerübergreifende Projekte durchzuführen und den Schülern durch vielfältige Formen des Musizierens die Freude an der Musik zu vermitteln. Quintenzirkel, Sonatenhauptsatzform und Tonleitern lassen sich zwar prima vermitteln und abtesten, haben aber nicht viel mit Verständnis von und Freude an der Musik zu tun.

Helga König:  Sie haben das Gedicht "Stufen" von Hermann Hesse Ihrer Textsammlung vorangestellt. Was fasziniert Sie an diesem Gedicht?

Dr. Beate Forsbach: Ich habe dieses Gedicht vor vielen Jahren bei einer Lehrerfortbildungs-veranstaltung im Bereich Kunst/Musik kennengelernt – wir sollten es damals szenisch darstellen. Das habe ich nie vergessen. Erst viel später wurde mir der Sinn bewusst, nicht nur einer Zeile, sondern eigentlich aller Verse aus dem Gedicht, die ich immer wieder zitiert habe. Am schönsten finde ich: "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt, und der uns hilft, zu leben." Diese Worte nehmen uns die Angst vor dem Neuen, Unbekannten. "Ich bin beschützt", so heißt es auch bei Louise Hay. Und das ist doch sehr tröstlich. 

Helga König: Was sollte man tun, damit "Loslassen" und "Neubeginn" nicht zur Obsession wird? 

 Dr. Beate Forsbach
Dr. Beate Forsbach:  Ich denke nicht, dass das Loslassen eine zwanghafte Vorstellung oder Idee sein kann. Ich bin im Sternzeichen "Stier" geboren – wenn auch ganz am Ende – aber dazu gehört eine große Treue, Bodenständigkeit und Erdverbundenheit. Irgendwo habe ich gelesen: "Der Stier legt großen Wert auf Solidität, Verlässlichkeit und Beständigkeit. Sieht er seine festen Strukturen gefährdet, kann er schon mal ungemütlich werden." Man muss lernen, loszulassen – Menschen, Dinge, Orte und Gewohnheiten. Aber man sollte nicht leichtfertig damit umgehen. Als mein Mann pflegebedürftig wurde, hätte ich ihn nie aufgeben oder in ein Heim geben können – andere Menschen haben das nicht verstanden. Für mich gehört zur Liebe und Partnerschaft dazu, dass man zusammen bleibt, "bis dass der Tod uns scheidet". Also sich nicht beim geringsten Anlasse trennen, sondern in allen schönen und schwierigen Lebensphasen zusammenbleiben. Mein Mann und ich haben gemeinsam manchen Neubeginn beschlossen und gelebt – den Umzug nach Bamberg und auch nach Fehmarn, die Trennung von Menschen, die nicht mehr unsere Freunde waren. 

Unser erstes gemeinsames Buch "Die Probezeit" handelt von diesen großen Lebensveränderungen, von "Abschieden, Neuanfängen und guten Freunden". Die wirklich guten Freunde werden rar, wenn man älter wird. Aber sie bleiben umso treuer und beständiger, jedenfalls ist das meine Erfahrung, auch nach dem Tod meines Mannes. 

Helga König: Wie kann man die Melodie unseres Lebens einem anderen vermitteln und weshalb sollte man dies überhaupt tun? 

Dr. Beate Forsbach: Ich glaube nicht, dass man die Melodie unseres Lebens einem anderen vermitteln kann. Ich denke, dass jeder die eigene Melodie seines Lebens finden muss, auch wenn einige Töne darin störend erscheinen. Aber der vermeintlich störende Ton ist gerade das Besondere dieser Melodie. Wenn wir den Mut haben, der Stimme unseres Herzens zu folgen, können wir die Melodie unseres Lebens finden. Ich habe mich mit der Melodie meines Lebens beschäftigt, kurz bevor ich 60 wurde. Wie klingt sie eigentlich, die Stimme meines Herzens? Und welches Lied singt sie, was für eine Melodie kann ich da hören? Diese Fragen haben mich beschäftigt vor meinem runden Geburtstag. Auch Menschen, die sehr krank sind oder an einem anderen Wendepunkt ihres Lebens stehen, beschäftigen sich mit solchen Fragen. Es ist wichtig, den Sinn des eigenen Lebens zu erkennen, und es wird immer wichtiger, je älter man wird.

Helga König: Begreifen Sie sich als Glückssucherin oder eher als Glücklehrerin? 

Dr. Beate Forsbach:  Weder noch. Ich weiß, dass ich mein Glück nur in mir selber finden kann. Vor allem aber weiß ich auch, dass ich es anderen nicht vermitteln kann. Ich kann nur anregen und aus meinem Leben bzw. aus dem gemeinsamen Leben mit meinem Mann berichten. In dem Kapitel "Das Geheimnis des Glücks" können Sie es lesen: "Was wäre das Leben ohne die Glücksmomente, die uns im Alltag begegnen: Ein Lächeln, ein Blick, eine Berührung, ein Kuss, ein Gedicht, ein Musikstück, ein schönes Buch, der Brief einer fernen Freundin, ein unverhoffter Anruf. Wenn man offen ist für die Überraschungen des Lebens, kann man solche kleinen Glücksmomente erleben und das eigene Glück spüren: Das Glück, zu lachen und getröstet zu werden, das Glück, den Frieden und den Luxus des eigenen Lebens zu empfinden, das Glück, nach einer Krankheit wieder gesund zu werden – und das Glück, den blauen Himmel zu sehen und eine kleine Blume zu haben."

Helga König: Sehen Sie in Ihren Lesern und Leserinnen Freunde, mit denen Sie sich gedanklich austauschen wollen und helfen die sozialen Netzwerke, den besagten Gedankenaustausch zu ermöglichen? 

Dr. Beate Forsbach
Dr. Beate Forsbach: Ja, so ist es in der Tat. Vor vielen Jahren wollte ich Life-Coach werden, aber ich habe mich dann entschieden, zu schreiben. Es gab und gibt den Newsletter "Leben ist mehr", es gab den Blog "Leben ist mehr", daraus entstand der heutige Blog "Leben ist Mee(h)r – Glücklich und gesund älter werden". Über die Texte, die ich dort veröffentliche, entsteht ein reger gedanklicher Austausch mit Leserinnen und Lesern, die oft Freunde werden. Das ist besser als ein individuelles Coaching. Ja, und die sozialen Netzwerke helfen, diesen Gedankenaustausch zu ermöglichen. In den ersten Jahren meiner Internet-Publikationen war es das Internetforum Seniorentreff, heute ist es fast ausschließlich Facebook, wodurch ein reger Gedankenaustausch entstanden ist. 

 Helga König
Helga König: Sie leben auf Ihrer Trauminsel Ihren Traum. Hat sich dieser in den letzten Monaten neu gestaltet und wurden Schwerpunkte verlagert? 

Dr. Beate Forsbach: Ja, ich lebe seit sechs Jahren auf meiner Trauminsel Fehmarn in der Ostsee. Allerdings fühlte ich mich hier auch sehr eingebunden und angebunden, zunächst durch die Krankheit und Pflegebedürftigkeit meines Mannes, nach seinem Tod dann durch die Tatsache, dass meine Berner Sennenhündin Senta nicht Autofahren mochte. Nicht umsonst habe ich in meinem Buch geschrieben: "Überlegen Sie sich immer wieder, was Sie sich wünschen und was Sie tun müssen, damit Ihre Wünsche wahr werden. Ohne etwas zu tun, erfüllen sich die meisten Wünsche nicht, und auch Probleme lösen sich nicht einfach mit einem Schlag." Mein größter Wunsch war es, mit meinem Hund zu verreisen, nach Armentarola in den Dolomiten. Ich habe José Arce, einen Mensch-Hunde-Therapeuten aus Mallorca, zu uns nach Fehmarn eingeladen, und er hat uns in einem zweitägigen Workshop alles beigebracht, damit diese Reise möglich wurde. "Willkommen im Leben", hatte er zu mir gesagt, als ich ihn am zweiten Tag mit meinem Hund vom Hotel abholte. Ein kleines Kapitel dazu habe ich noch in mein Buch eingefügt, obwohl die Druckfahnen schon fertig waren. Mitte September ist mein Traum wahr geworden – ich war in Armentarola. Und mein Leben hat sich wieder verändert: Ich möchte nur noch auf der Sonneninsel Fehmarn leben und in Armentarola Urlaub machen, solange meine Gesundheit das erlaubt, dort hinzufahren. Ich habe dort ein Autorenseminar gegeben und werde das wieder tun. Und ich habe mich entschieden, keine Seminare mehr in Berlin oder München oder an anderen Orten zu geben, zu denen ich keinen Bezug habe. 

Erfolg bedeutet für mich, ein glückliches und erfülltes Leben nach meinen Vorstellungen zu leben, in einer Umgebung, die ich liebe und die mir gut tut. Und mit Menschen in meinem Umfeld, die ich liebe und die mir gut tun. 

Helga König: Welchen Stellenwert haben für Sie Affirmationen in Ihrem Leben? 

Dr. Beate Forsbach:  Ich habe die Kunst und die Wirkung der Affirmationen von meinem Vorbild Louise Hay gelernt: Unser Gehirn kann nicht zur selben Zeit zwei verschiedene Dinge denken, vor allem nicht gleichzeitig etwas Positives und etwas Negatives. Darin liegt für mich die Kraft der Affirmationen. Wenn ich z. B. eine Operation oder eine unangenehme Behandlung beim Zahnarzt erlebe und innerlich immer wieder eine positive Affirmation sage, spüre ich keine Schmerzen und habe keine Angst. Mit Affirmationen kann ich eigentlich alle Lebenssituationen bestehen. Insofern haben sie einen ganz großen Stellenwert in meinem Leben. 

Fehmarn, 1. Oktober 2016

Liebe Dr. Beate Forsbach, ich Danke Ihnen vielmals für das interessante  Gespräch.

Ihre Helga König

Das Buch ist überall im Fachhandel erhältlich

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