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Helga König im Gespräch mit Hermann Scherer

Sehr geehrter Herr Scherer, vor geraumer Zeit habe ich Ihr Buch "Glückskinder" rezensiert. Hierzu möchte ich Ihnen einige Fragen stellen.

Helga König: Können Sie uns bitte darlegen, weshalb Geld nach ihrer Ansicht die Kreativität tötet?

Hermann Scherer: In Firmen, in denen Geld vermeintlich "im Überfluss" vorhanden ist, erlahmt die Kreativität, weil man glaubt Agenturen für kreative Projekte engagieren zu können. Sattsein macht bekanntermaßen träge.

Neugründer ohne Gründungszuschuss müssen schneller schwimmen lernen, wenn sie nicht untergehen wollen. Geld wirkt wie Blei an den Füßen, wenn es darum geht, das Schwimmen zu erlernen und den Kopf über Wasser zu behalten.

Helga König:  Was sind nach Ihrer Meinung echte Chancen im Leben eines Menschen?

Hermann Scherer: Eine echte Chance im Leben eines Menschen ist immer eine individuelle Angelegenheit. Was für den einen eine gut florierende Firma ist, ist für den anderen eine gute Beziehung oder auch Gesundheit, um aktiv am Leben teilnehmen zu können.

Helga König: Weshalb können wir Chancen nur ergreifen, wenn wir Überflüssiges loslassen?

Hermann Scherer: Ich versuche gerne Sachverhalte bildlich darzustellen, weil sie so begreifbarer sind:

Wenn Kinder von neuem Spielzeug begeistert sind, lassen sie das alte, langweilig gewordene zumeist sofort aus den Händen fallen und erkunden auf diese Weise neugierig die kindliche Spielwelt in all ihren Facetten.

Ohne das Loslassen von Übflüssigem, hat man keine Chance sich wirklich auf neue Möglichkeiten einzulassen.

Helga König: Es gehört Mut dazu, alte Sicherheiten wegen neuen Chancen aufzugeben. Wodurch schafft man es, diesen Mut aufzubringen? Reicht es Ihre Bücher zu lesen und an Ihren Vorträgen teilzunehmen?:-))

Hermann Scherer: Das genügt leider nicht. Mut ist meiner Ansicht nach die wichtigste Tugend für ein erfolgreiches Leben. An dieser Tugend gilt es zu arbeiten, wenn man seine Chancen ungehemmt ergreifen möchte.

Mut bringt man dann auf, wenn man an sich selbst glaubt.

Helga König: Weshalb ist nach Ihrer Ansicht „Aufheben“ unbezahlbar teuer? Können Sie ein Beispiel hierzu bilden?

Hermann Scherer: Sie kaufen immer wieder neue Bücher, benötigen Regale, vielleicht sogar eine größere Wohnung oder Sie verkleinern Ihre Bürofläche nicht, obschon die Mitarbeiter vom Computer aus, zuhause arbeiten können. Das ist teuer, nicht wahr?
Unbezahlbar teuer sind emotionale Anhaftungen, die uns hindern, neue Wege zu gehen. Beispiel: Das Leben an Orten, wo man schon immer lebte, obschon der Arbeitsplatz 100 km davon entfernt liegt. Der Besitz eines Privathauses, das man nicht nutzt.

Helga König: Ich teile mit Ihnen viele Ihrer Ansichten, so auch, dass Perfektionisten perfekt sind im Verhindern von Ergebnissen. Wie bindet man Perfektionisten sinnvoll in Unternehmen ein?

Hermann Scherer: In der Startphase eines Unternehmens oder bei Projekten sind Perfektionisten wirklich unbrauchbar. In der Folgephase sind sie wichtig, um Fehler zu minimieren. Ob man Perfektionisten durch Gespräche dazu veranlassen kann, in der Startphase sich in ihrer Pingeligkeit zurückzuhalten, sei dahingestellt. Wichtig ist, ihnen nicht das Feld zu überlassen, wenn man etwas auf den Weg bringen möchte.

Helga König: Soweit ich es beurteilen kann, haben Sie Ihre Chancen immer gesehen und entsprechend genutzt. Hängt Ihr diesbezügliches Aufgewecktsein mit den Erfahrungen Ihres Elternhauses zusammen?

Hermann Scherer: Leider habe auch ich nicht alle Chancen genutzt. Aber mir ist mittlerweile bewusst, dass der große Feind der Chancen die Chance selbst ist. Man muss die Augen offen haben für alle Chancen, die sich uns bieten und eine Sensiblität dafür entwickeln, welche Chance die beste für uns gerade ist.

 

Helga König:Was ist, wenn man eine Chance versiebt? Wie schafft man es, ohne Depression sofort nach der nächsten Ausschau zu halten?

Hermann Scherer: Auch ich bin traurig, wenn ich eine Chance versiebe. Wir müssen allerdings lernen, nicht zu lange in Trauer zu verharren und begreifen, dass jeder Tag neue Chancen für uns bereithält.

Helga König: Was tun Sie mit den Früchten Ihres Erfolges, wenn Sie nichts besitzen wollen?:-))

Hermann Scherer: Ich benötige für mich im Grunde nicht viel. Natürlich gibt es bei mir auch finanzielle Rückendeckung, doch einen Teil des Geldes, das ich verdiene, spende ich für soziale Zwecke.

Helga König: Wie viel Zeit sollte man sich bei Projekten einräumen, um einen wirklichen Durchbruch zu schaffen?

Hermann Scherer: Mitunter genügt bereits eine Stunde, manchmal ist ein Leben dafür zu kurz.

Lieber Herr Scherer, ich danke Ihnen für das Aufschlussreiche Interview.
Ihre Helga König

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